Air France A350 beim Tailstrike: Die Airline passt ihre Regeln an.

Nach Vorfall mit Airbus A350Air France lässt das Durchstarten vermehrt üben

Nachdem ein Airbus A350 in Toronto mit dem Heck auf die Piste aufschlagen war, musste der Jet neun Monate am Boden bleiben. Air France lässt ihre Pilotinnen und Piloten nun das Durchstarten mehr üben.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Die Bilder sind spektakulär, der Schaden erheblich: Ein Airbus A350 setzt mit dem Heck auf der Landebahn auf. Kurzzeitig sprühen Funken, als das Metall den Boden berührt, bevor das Flugzeug mit der Kennung F-HTYH erneut abhebt. Im Jargon spricht man von einem Tailstrike. Der Vorfall ereignete sich am 21. Januar 2024, als Air-France-Flug AF356 aus Paris am Flughafen Toronto landen wollte.

Ein gutes Jahr später hat die Transportation Safety Board of Canada TSB einen Zwischenbericht zu dem Vorfall veröffentlicht. Ihm zufolge war der Kopilot der steuernde Pilot, im Jargon Pilot Flying genannt. Als das Hauptfahrwerk des Airbus A350 aufsetzte, forderte der Kapitän ihn auf, durchzustarten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kopilot jedoch bereits die Schubumkehr in die Stellung Reverse Idle aktiviert, wodurch das Flugzeug langsamer wurde.

Airbus A350 fiel fast neun Monate aus

Der Kapitän wiederholte den Befehl zum Durchstarten, woraufhin der Kopilot die Schubhebel nach vorn drückte. Der A350 hob mit niedriger Geschwindigkeit ab, während die Piloten sich auf das Manöver konzentrierten. Dabei erhöhte sich der Steigungswinkel, und das Heck schlug auf der Piste 24L auf. Beim zweiten Anflug landete die Maschine sicher – niemand der 304 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder wurde verletzt.

Der damals drei Jahre alte Airbus A350 wurde an Rumpf und Heckbereich schwer beschädigt. Zu den Schäden zählten Ablösungen der Außenhaut, Einstiche und beschädigte Befestigungselemente. Nach Reparaturen in Toronto bis Juni 2024 flog die Maschine nach Paris und Toulouse. Erst im Oktober 2024 konnte die F-HTYH in den regulären Betrieb zurückkehren.

Airbus passt Schulungshandbuch an

Als Reaktion auf den Vorfall hat Airbus das Schulungshandbuch für A350-Pilotinnen und -Piloten überarbeitet und eine wiederkehrende Schulung für Durchstartmanöver in Bodennähe vorgeschlagen. Zudem wurde die Warnlogik im Cockpit angepasst, sodass Warnungen bei einem Durchstart mit flüchtigem Bodenkontakt unterbunden werden, während sie bei Touch-and-Go-Manövern erhalten bleiben.

Auch Air France hat Maßnahmen ergriffen: Die Fluglinie führte spezielle Übungen für ihre A350- und A330-Piloten sowie für Crews der Boeing 777 und 787 ein. Zudem wurden die Durchstartverfahren detailliert beschrieben, Richtlinien für Briefings festgelegt und Vorgaben zur Neigungs- und Geschwindigkeitskontrolle ausgearbeitet.

Mehr zum Thema

Airbus A350 von Air France kommt bei der Landung mit dem Heck auf der Piste auf

Airbus A350 von Air France kommt bei der Landung mit dem Heck auf der Piste auf

Boeing 777 von Latam war bei Tailstrike in Mailand viel zu langsam

Boeing 777 von Latam war bei Tailstrike in Mailand viel zu langsam

Der Schaden am Airbus A300 und die Piste: Inniger Kontakt.

Wieso ein Airbus A300 in Leipzig mit dem Heck aufschlug - und was aus ihm wird

ticker-airbus-konzern-

Airbus sammelte im Juli 204 Bestellungen ein - nur ein Storno

Video

Das Terminal des Port Polska: Platz für vorerst 44 Millionen passagiere.
Von Kommunisten erdacht, viel später von einer nationalkonservativen Regierung wiederbelebt und schließlich von einer liberalen Regierung bestätigt: Port Polska hat viele politische Wendungen überlebt. Polens neuer Zentralflughafen nimmt nun konkrete Formen an. Ende 2032 soll er eröffnet werden - mit Platz für jährlich 44 Millionen Fluggäste, 24-Stunden-Betrieb und Lot Polish Airlines als wichtigster Nutzerin.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Sturm am Flughafen Forli: Flugzeuge umgedreht.
Ein heftiger Sturm mit Böen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde ist über Forlì in Italien hinweggezogen. Auch der Flughafen wurde getroffen: Zwei eingelagerte Boeing 737 und mehrere Kleinflugzeuge wurden beschädigt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack