Wrackteile der Unglücksmaschine

UnglückAF447: Gleich mehrere Pilotenfehler

Der dritte Bericht des BEA zum Absturz der AF447 bestätigt: Der Unfall beruhte auf Fehlern der Crew. Doch auch Air France ist nicht unschuldig.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Die französische Luftfahrtermittlungsbehörde Bureau d'Enqueteset d'Analyse (BEA) hat heute (29.07.) den dritten Untersuchungsbericht zum Absturz der Air France-Maschine AF447 am 1. Juni 2009 vorgelegt. Daraus geht hervor: Den Piloten, die den Unglücksflieger von Rio nach Paris steuern sollten, fehlte es offenbar an Training. Schon im Mai hatte es Hinweise darauf gegeben, dass der Absturz auch aufgrund von Pilotenfehlern passierte. Jetzt gab die Behörde detaillierte Informationen darüber. «Die Piloten hätten die Maschine retten können», so Jean-Paul Troadec, BEA-Chef gemäß der Nachrichtenagentur Reuters auf der Pressekonferenz.

Als der Pilot der Maschine mit 228 Menschen an Bord das Cockpit für eine Ruhepause verliess, tat er das offenbar, ohne seinen beiden Co-Piloten genaue Anweisungen zu geben. Und das war nur der erste Fehler. Schon wenige Minuten später, um 2:10 Uhr, sagte ein Co-Pilot laut dem Bericht schon: «Wir haben Geschwindigkeit verloren». Mehr als elf Kilometer über dem Meer machte der Geschwindigkeitsmesser der Crew Probleme.

Nicht an Leitlinien gehalten

Die Co-Piloten hielten sich aber nicht an die Leitlinien, die es für solche Situationen gibt. Der Grund, laut der Untersuchungsbehörde: Den Piloten fehlte dafür schlicht das geeignete Training. Weder wussten sie laut dem Bericht, wie man sich bei einem Strömungsabriss in solcher Höhe verhält, noch waren sie für eine solche Situation in VErtretung des Kapitäns qualifiziert. Nur so kann das BEA es sich erklären, dass sie auch auf den Alarm, der sie vor einem Strömungsabriss warnt, 54 Sekunden lang nicht reagierten.

Der Grund für den Strömungsabriss: Die beiden Co-Piloten der Air-France-Maschine hatten vom Geschwindigkeitsmesser nach einer Vereisung zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten erhalten. Für den Fall, dass die Geschwindigkeitsmesser, die so genannte Pitotsonden, verrückt spielen, gibt es Verhaltensregeln. Diese haben die Piloten nicht beachtet. Der verantwortliche Pilot gab die Anweisung, aufzusteigen - ein Fehlentscheid.

Eine Durchsage für die Passagiere gab es nicht - sie hatten keine Ahnung, warum die Airbus A330 während des dreieinhalbminütigen Absturzes um bis zu 40 Grad hin und her schwankte.

Sicherheitsempfehlungen

Die Behörde gibt Air France zahlreiche Sicherheitsempfehlungen. Sie legt der französischen Fluggesellschaft nun nahe, die Ausbildung ihrer Crew noch einmal zu überdenken. Die Co-Piloten müssten für Situationen, in denen sie den Kapitän vertreten, besser vorbereitet werden. Man müsse auch den Strömungsabriss in größeren Höhen trainieren, da es dort ganz bestimmte Verhaltensregeln zu beachten gebe. Auch technische Anpassungen empfiehlt das BEA Air France. Zum Beispiel ein Bildrekorder, der es ermöglicht, alle Bordinstrumente zu beobachten. Auch soll es den Piloten möglich gemacht werden, den Anstellwinkel des Flugzeuges im Cockpit abzulesen.

Zehn Verhaltensempfehlungen gab die Behörde der Airline insgesamt. Laut der Fluggesellschaft habe man alle davon schon umgesetzt. Air France verteidigte außerdem die Piloten. Angesichts der vielen technischen Schwierigkeiten in denen sich die Crew befunden hätte, hätten sich die Piloten äußerst professionell verhalten.

Lesen Sie den vollständigen Bericht des BEA hier.

Video

Embraer E195-E2 von Azul: Das Flugzeug hebt erst kurz vor dem Ende der Piste ab.
Eine Embraer E195-E2 von Azul hat in São-Paulo-Congonhas fast die gesamte Startbahn gebraucht. Es ist nicht der erste brenzlige Moment an dem Ort am Stadtflughafen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil