Airbus A320 Neo von Vistara: Solch ein Jet geriet nun in Schwierigkeiten.

Notfall in IndienA320 Neo von Vistara landet mit fast leerem Tank

Einem Vistara-Jet ist in Indien nach mehreren Routenänderungen fast der Treibstoff ausgegangen. Er hätte nur noch weitere fünf bis zehn Minuten in der Luft bleiben können.

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Erst große Hitze, dann starker Monsunregen - das Wetter in Indien ist derzeit extrem. Das trifft auch Airlines, die Flüge streichen und umleiten müssen. Eine solche Umleitung hätte nun fast zu einer Katastrophe geführt. Denn Flug UK944 von Vistara landete am Montag (15. Juli) mit nur noch 260 Kilo Treibstoff im Tank am Flughafen Lucknow. Das hätte gerade einmal für weitere fünf bis zehn Minuten Flugzeit gereicht.

Eigentlich führt Flug UK944 von Mumbai nach Delhi. Doch am Ziel brachen die Piloten des Airbus A320 Neo den Landeversuch angesichts zu starken Rückenwindes ab und wichen Richtung Lucknow aus. Dort informierte die Flugsicherung die Cockpitcrew aber, dass die Sicht immer schlechter werde. Bei 1260 verbleibenden Kilo Kerosin meldeten die Piloten die geringe Treibstoffmenge, bei 1100 Kilo erklärten sie den Notfall. Sie wichen erneut aus, erst Richtung Kanpur, dann wegen des schlechten Wetters nach Allahabad.

Piloten nur kurz am Boden

Doch zum Glück meldete die Flugverkehrskontrolle zu diesem Zeitpunkt wieder bessere Sichtverhältnisse in Lucknow. So machte der Flieger erneut kehrt und landete schließlich unbeschadet mit 160 Menschen und 260 Kilo Treibstoff an Bord in Lucknow. Ein vollgetankter A320 hat rund 19.000 Kilo Treibstoff an Bord. Vistara erklärte, der unerwartete Rückgang der Sichtverhältnisse am Ausweichflughafen Lucknow sei der Hauptgrund dafür gewesen, dass der Jet in eine Situation mit so wenig Treibstoff geriet, obwohl er den Vorschriften entsprechende Reserven gehabt habe.

Die indische Luftfahrtbehörde DGCA untersucht den Vorfall nun. Den beiden Piloten erteilte sie zuerst ein Flugverbot, hob dies am Mittwoch nach einer ersten Prüfung jedoch vorerst wieder auf. Dabei betonte die Behörde, dass eine endgültige Entscheidung erst am Ende der Untersuchungen fallen werde.

Behörde warnte kurz zuvor

Erst am 5. Juli hatte die DGCA eine Meldung herausgegeben zum Thema Treibstoffplanung bei schwierigen Wetterverhältnissen und möglichen Ausweichflughäfen. Darin heißt es, Untersuchungen von Vorfällen, bei denen Piloten wegen geringem Treibstoffvorrat den Notfall erklärt hätten, habe auch Mängel bei der Planung gezeigt. So sei etwa zu wenige Kerosin für den Weg zum zweiten Ausweichflughafen an Bord gewesen, die Piloten hätten nicht den nächstgelegenen Airport in Betracht gezogen oder versäumt, den geringen Treibstoffvorrat der Flugverkehrskontrolle mit der Meldung «Minimum Fuel» mitzuteilen.

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