Das kurze Leben von Syphax

Stefan Eiselin
Die Jets von Syphax heben vorerst nicht mehr ab.
Die Jets von Syphax heben vorerst nicht mehr ab.
Syphax

Die private tunesische Airline stellt ihren Betrieb nach wenigen Tagen ein. Sie spricht von Sabotage.

Eigentlich sah es nach einer Lösung aus. Vor Wochenfrist gab das Transportministerium bekannt, dass alles geregelt sei. Die neu gegründete Syphax Airlines könne wie geplant am 29. April erstmals abheben. Doch die Lösung auf dem Papier beruhigte die Gewerkschaften der Staatsairline Tunisair offensichtlich in keiner Weise. Der allerste Fug der neuen Konkurentin ab dem Flughafen Djerba nach Paris wurde von den Mitarbeitern des Bodenabfertigers Tunisair Handling absichtlich um drei Stunden verzögert. Die 150 Passagiere wurden einfach nicht eingecheckt. Zugleich wurde ein Flug daran gehindert, in Tunis zu landen, wie lokale Medien berichten. Nun greift Syphax-Chef und -Gründer Mohamed Frikha gleich zum ultimativen Mittel. «Ich habe beschlossen, das Projekt definitiv zu stoppen. Die Kunden werden entschädigt», sagte er gegenüber dem Sender Radio Sfax.

Die Arbeitnehmervertreter haben Angst die neue Airline könnte bei Tunisair Stellen vernichten. Doch Frikha betonte immer wieder, sein Projekt sei nicht gegen die staatseigene Airline gerichtet. Mit nur zwei Fliegern könne man Tunisair gar nicht konkurrenzieren, man biete nur rund fünf Prozent des gesamten Kapazität ab Tunesien an. Vielmehr wolle man französische Airlines wie Aigle Azur oder Air France konkurrenzieren, welche im nordafrikanischen Land stark sind.

Tunisair verteidigt sich

Tunisair aber wehrt sich gegen die Vorwürfe der Sabotage. Man habe Syphax alle nötige Unterstützung zukommen lassen, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.  Sie spricht von einer Hetzkampagne in den Medien und sozialen Netzwerken. Tunisair Handling habe mit der neuen Fluglinie aufgrund eines Businessplanes im März einen Vertrag geschlossen. Damals sei nur von Flügen ab dem Flughafen Sfax die Rede gewesen. Nun habe das Management von Syphax erkannt, dass das nicht rentabel sei und habe Flüge von Tunis nach Paris ins Programm aufgenommen - ohne mit Tunisair Handling zu sprechen. Später habe man mit dem Transportminister einen Kompromiss gefunden, der auch Flüge ab Tunis nach Paris vorsah. Syphax habe aber die darin gemachten Auflagen - namentlich die vorherige Eingabe des Flugplans - nicht eingehalten.

Täglich wollte Syphax Airlines von ihrer Basis am Flughafen Sfax-Thyna mit ihren zwei Airbus A319 nach Paris fliegen, fünf Mal wöchentlich von Tunis-Carthage nach Paris, je drei Mal wöchentlich von Sfax nach Marseille, Lyon, Nizza und Rom sowie je zwei Mal nach Casablanca und Istanbul. Ob der Entscheid wirklich definitiv ist, wird sich erst noch zeigen. Vor allem jüngere Bürger stehen hinter Syphax Airlines, die für ein neues Tunesien steht.


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