Letzte Aktualisierung: 22:52 Uhr

Führung von TACV

Icelandair wird in Afrika aktiv

Die isländische Fluggesellschaft hat eine neue Aufgabe: Sie soll die kriselnde TACV Cabo Verde Airlines auf Vordermann bringen.

TACV

Flieger von TACV: Bald ist Icelandair verantwortlich.

Es gibt zwei Gemeinsamkeiten. Beides sind Inselstaaten und beide sind klein. Kap Verde vor der Westküste Afrikas zählt rund 520.000 Einwohner, Island im hohen Norden hat rund 340.000 Bewohner. Doch da hören die Parallelen zwischen den beiden Ländern auch schon auf.

Nun kommt eine neue Verbindung hinzu. Icelandair übernimmt über ihre Tochter Loftleider Icelandic ab kommenden Montag (14. August) zuerst für ein Jahr die Führung des internationalen Geschäfts der kap-verdischen Nationalairline TACV Cabo Verde Airlines. Dafür zahlt der afrikanische Staat den Isländern im ersten Jahr 925.000 Euro, wie die Zeitung Diario de Noticias schreibt.

Bis auf elf Flugzeuge

Icelandair hat die Aufgabe, als strategischer Partner ein neues Geschäftsmodell und einen neuen Businessplan für TACV (ehemals Transportes Aéreos de Cabo Verde) zu entwickeln. Die Fluggesellschaft soll auf die richtige Größe gebracht werden, um neue Chancen packen zu können, wie Wirtschaftsminister José Gonçalves bei der Unterzeichnung des Vertrages dieser Tage erklärte. Konkret ist geplant, die Langstreckenflotte auszubauen.

Dabei soll die heute aus einer Boeing 757 bestehende Flotte bis Ende 2018 auf fünf Flugzeuge ausgebaut werden und innerhalb von drei Jahren gar aus elf Fliegern bestehen, so der Plan der Regierung. Der Vertrag mit Icelandair kann nach Ablauf des ersten Jahres um ein Jahr verlängert werden. Eigentlich will Kap Verde die Fluggesellschaft bis dahin aber privatisieren.

Inlandsflüge aufgegeben

Icelandair wird sich vorerst nicht an TACV beteiligen, die Regierung würde die Isländer jedoch im Rahmen des Privatisierungsprozesses gerne als Anteilseigner sehen. 49 Prozent sollen dabei an einen strategischen Partner veräußert werden, 51 Prozent an inländische Aktionäre.

TACV steckt seit längerem in der Krise. Anfang Mai hat die Fluggesellschaft das Inlandsgeschäft aufgegeben und es der spanischen Binter übertragen.

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