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Meilenkönig

Wie Sie Lufthansa-Meilen günstig erwerben und optimal einsetzen

Während Lufthansa, Swiss & Co. die Flugpreise in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt haben, sind die Preise für Meilentickets bei Miles & More konstant geblieben.

Gleichzeitig haben sich die Verfügbarkeiten für Meilentickets seit Ende Juli deutlich verbessert. Dadurch ergeben sich attraktive Möglichkeiten, der Inflation bei den Flugpreisen zu entkommen.

Lufthansa Miles & More ist das größte Vielfliegerprogramm in Europa und erfreut sich allerorts großer Beliebtheit. Fast jeder hat ein paar Meilen auf seinem Miles & More Konto. Doch die wenigsten nutzen ihre Meilen optimiert. Wer jedoch die wichtigsten Grundregeln befolgt, kann viel mehr aus seinen Meilenbuchungen herausholen.

Grundregeln für den Meileneinsatz

Generell gilt die höchst einfache Regel: Der Gegenwert von 1.000 eingesetzten Prämienmeilen muss die Kosten derselben übersteigen. Jetzt werden viele sagen: Meilen kosten ja nichts, die bekomme ich gratis, wenn ich fliege, Kreditkartenausgaben tätige, Abonnements bestelle u.v.m. Das ist richtig. Doch die meisten, die so denken, haben keine wirklich großen Meilenguthaben, denn Meilenprofis beziehen ihre Meilen sehr selten über Flüge, da es dort viel zu wenig zu holen gibt. Meilenprofis kaufen Meilen entweder direkt bei der Airline oder indirekt über Abos, Finanzprodukte etc. Dabei kann man immer die Kosten je 1.000 Meilen berechnen und es gilt:

  •  < 10 Euro – sehr gut
  • 10 bis 15 Euro – gut
  • 15 bis 20 Euro – ok
  • über 20 Euro – meist nicht lohnenswert

Aktionen mit den meisten Meilen

Das Problem dabei ist oft, dass man pro Aktion in der Regel nicht so viele Meilen bekommt. Ausnahmen sind bei Miles & More die sogenannten Bundle & Go Pakete, bei denen man bis zu 100.000 Prämienmeilen für 1.750 Euro (in Promotions sogar bis zu 130.000 Meilen) erwerben kann und die Prestige Mitgliedschaften des Miles & More Partners ASMALLWORLD, bei denen es 250.000 Meilen plus viele weitere Reisevorteile (Statuslevels, Loungepass etc.) gibt und bis zum 15. August sogar 300.000 Prämienmeilen zu einem Preis von 5.200 Euro.

D.h. wer große Meilenmengen sucht, kann mit Preisen von ca. 14-17 Euro je 1.000 Meilen rechnen, je nachdem wie zusätzliche Reisevorteile solcher Pakete bewertet werden.

Mit Kreditkarten Meilen sammeln

Ein Muss ist sicherlich auch die Nutzung von Kreditkarten. In Deutschland kann man mit der Miles & More Kreditkarte immer 1 Meile je 2 Euro Ausgaben sammeln oder man nutzt American Express. Dort ist Miles & More kein direkter Partner, vielmehr sammelt man Membership Rewards Punkte, die man im Verhältnis 2:1 in Payback Punkte umwandeln kann und diese wiederum 1:1 in Lufthansa Prämienmeilen. Wichtig ist hier: Man sollte für die Beantragung einer Kreditkarte immer eine Aktion mit einem hohen Willkommensbonus abwarten.

Meilen optimal einsetzen

Doch die entscheidende Frage ist jetzt: Wie setzt man seine Meilen am besten ein? Und hier werden die größten Fehler gemacht. Airlines haben kein Interesse daran, dass Kunden ihre Meilen optimal einsetzen. Airlines verdienen am meisten, wenn die Meilen möglichst ineffizient eingesetzt werden. Und ein solcher Einsatz wird auch stets umfassend beworben. So gehen viele mit ihren Meilen im Lufthansa Worldshop auf Einkaufstour. Doch der Gegenwert von 1.000 eingesetzten Meilen beträgt dort meist nur 3 bis 4 Euro.

Noch schlechter ist es, Flüge mit Meilen zu bezahlen. Viele verwechseln das mit einer Buchung von Meilentickets. Bei der Zahlung mit Meilen wird einfach ein EUR/Meilen Wechselkurs zugrunde gelegt, der in der Regel um die 2 Euro je 1.000 Meilen liegt und damit schneidet man noch schlechter als im Wordshop ab.

Wenn Meilen für Flüge eingesetzt werden, dann in der Regel für Economy Class Flüge. Bei First Class & More haben wir hierzu eine Untersuchung gemacht. Wie hoch ist der Gegenwert von 1.000 eingesetzten Meilen in Economy vs. Premium Economy vs. Business vs. First Class.

Das Ergebnis:

  • Economy Class – 5 bis 10 Euro
  • Premium Economy Class – 10 bis 15 Euro
  • Business Class – 20 bis 30 Euro
  • First Class – 30 bis 40 Euro

Woran liegt das? Wer ein Meilenticket bucht, zahlt zusätzlich zu den Meilen auch immer noch Steuern und Gebühren. Diese betragen bei Interkontinentalflügen in der Regel zwischen 400 und 700 Euro. Relativ zum Preis eines Economy Class Tickets ist das sehr viel.

Beispiel Einlösung Meilen nach Singapur

Wenn Sie z. B. ein Economy Class Meilenticket nach Singapur buchen, zahlen Sie 80.000 Miles & More Prämienmeilen plus etwas mehr als 500 Euro an Steuern und Gebühren. Ein regulär gekauftes Ticket liegt meist bei etwa 900 Euro. D.h. am Ende zahlt man 80.000 Meilen, um ca. 400 Euro zu sparen (900 minus 500 Euro), also ein Gegenwert von ca. 5 Euro je 1.000 Meilen.

Bei einem Business Class Meilenticket sieht die Rechnung ganz anders aus. Da liegt der reguläre Preis meist bei ca. 4.000 Euro, die Steuern und Gebühren um die 600 Euro und der Meilenpreis für Singapur bei 142.000 Prämienmeilen. Man zahlt also die Meilen, um ca. 3.400 Euro (4.000 minus 600 Euro) zu sparen – ein Gegenwert von etwa 24 Euro je 1.000 eingesetzte Meilen.

Daraus ergibt sich die Regel: Man sollte seine Meilen primär für Business und First Class Flüge einsetzen, da man dort den besten Gegenwert für den Meileneinsatz erzielt.

Meilenschnäppchen lohnen am meisten

Noch mehr kann man bei den monatlich erscheinenden Meilenschnäppchen herausholen. Dort werden Economy, Premium Economy und Business Class Flüge zu ausgewählten Destinationen für bestimmte Reisezeiträume zum in etwa halben Meilenpreis angeboten. So fliegt man für gerade einmal 55.000 Prämienmeilen in der Lufthansa Business Class nach Nordamerika, für 40.000 Meilen nach Dubai & Co. Und für 70.000 Meilen in der Business Class nach Asien. Man muss nur schnell sein.

Wenn man jetzt einmal ein Meilenkaufangebot wie das von ASMALLWORLD durchrechnet: Bis zum 15. August gibt es dort 300.000 Miles & More Prämienmeilen für 5.200 Euro. Gibt man den zusätzlich inkludierten Zusatzleistungen wie Hotelstatuslevels, Mietwagenstatus, Loungepass etc. einen Gegenwert von 700 Euro, so kosten die Meilen effektiv 15 Euro je 1.000 Meilen. Ein USA Business Class Flug über Meilenschnäppchen gebucht liegt dann bei 825 Euro plus Steuern – fast schon ein Economy Class Preis. Für Dubai fallen 600 Euro plus Steuern an – in Business Class!

Verfügbarkeiten von Meilenflügen

Die große Frage ist jetzt: Wie finde ich solche Meilenflüge und wie sind die Verfügbarkeiten?

Die Suche nach Meilenflügen ist relativ einfach und erfolgt über die Miles & More Webseite, wenn man sich in sein Meilenkonto eingeloggt hat. Man sieht in der Meilenflugsuche immer die Verfügbarkeiten für eine ganze Woche. Seit Ende Juli sind die Verfügbarkeiten bei Miles & More deutlich besser geworden. Selbst in der Lufthansa First Class gibt es auf vielen Routings wieder relativ gute Verfügbarkeiten.

Flexibilität hilft

Wichtig ist, dass man bei Meilenbuchungen eine gewisse Flexibilität mitbringt. Viele sind sehr festgelegt auf ihre Reiseziele. Es muss dieses Jahr zu Ziel A gehen, nächstes Jahr zu Ziel B etc. Doch ohne Flexibilität ist es bisweilen schwierig, die Verfügbarkeiten zu finden. Besser ist es, wenn man sich durch Verfügbarkeiten in seiner Reiseplanung inspirieren lässt. So z. B. wenn die neuen Meilenschnäppchen am Monatsanfang erscheinen oder generell, wenn man einmal schaut, wohin es allgemein die besten Verfügbarkeiten gibt.

Top Verfügbarkeiten für Lufthansa First Class

So kann man z. B. in Lufthansa First Class zu vielen Destinationen in den USA relativ gute Verfügbarkeiten finden. Vor allem für die USA Ostküste (z. B. New York), aber auch nach z. B. Chicago. Natürlich will nicht jeder dorthin reisen. Doch man kann von dort weiterfliegen zu anderen Zielen in den USA und man hat wenigstens für den langen Flug über den Atlantik ein Top Flugprodukt zum Top-Preis.

Auch gut sind die Verfügbarkeiten nach Shanghai oder HongKong. Dabei kosten reguläre First Class Tickets nach Shanghai 13.000 Euro. Mit Meilen sind es 222.000 Prämienmeilen. Am Ende kann man mehr als 70% sparen. In der Business Class gibt es noch viel mehr Optionen. Selbst nach Japan kann man hier durchaus Verfügbarkeiten finden. Ein Top-Tipp sind Destinationen wie Kenia, Sansibar oder Kilimanjaro, denn die kosten in Business Class Return nur 70.000 Meilen.

Kurzum: Aktuell – und das kann sich natürlich wieder ändern – gibt es sehr attraktive Möglichkeiten, Prämienflüge mit Meilen zu buchen und dadurch Ersparnisse von bis zu 70% auf die regulären Preise zu erzielen.

Schnell viele Meilen erlangen

Wer jetzt spontan die guten Verfügbarkeiten ausnutzen möchte, sollte bei Bundle & Go und der bis zum 15. August gültigen ASMALLWORLD Aktion mit 300.000 Prämienmeilen zuschlagen. Danach sind es 250.000 Meilen. Die Meilen sind 3 Jahre gültig und unbegrenzt, wenn man entweder einen Lufthansa Vielfliegerstatus besitzt oder eine Miles & More Kreditkarte.

Auch interessant ist das sogenannte Mileage Pooling, das man im Miles & More Konto einstellen kann. Dabei können zwei Miles & More Konten miteinander verbunden werden, so dass man bei Buchung von Meilenflügen auf die Meilen beider Accounts zurückgreifen kann. Wenn man jetzt für jeden Account z. B. die oben genannten 300.000 Meilen kaufen würde, hätte man auf einen Schlag 600.000 Prämienmeilen zur Verfügung. Und auch ohne zusätzlichen Meilenkauf ergeben sich dadurch viel mehr Möglichkeiten, an die benötigte Meilenzahl für einen Prämienflug zu gelangen.

Fazit

Meilenbuchungen sind ein Weg, um der aktuellen Inflation bei Flugpreisen zu entkommen. Dabei sind die Verfügbarkeiten bei Miles & More so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr. Über diverse Meilenaktionen kann man dabei schnell eine große Anzahl an Meilen sammeln, um diese dann unter Berücksichtigung bestimmter Grundregeln, optimal einzusetzen – primär für Business oder First Class Flüge, die regulär gebucht ein Vermögen kosten würden, über Meilenbuchungen jedoch erschwinglich werden.

Alexander Koenig ist freier Kolumnist von aeroTELEGRAPH. Der ehemalige McKinsey Berater ist Gründer der Vielfliegerberatung First Class & More. Seit fast 20 Jahren hilft er seinen Kunden, Business und First Class zum halben Preis zu fliegen, einen Top-Vielfliegerstatus zu erhalten und das Maximum aus ihren Meilen herauszuholen. Die Meinung der freien Kolumnisten muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.