Modell von Professor Pattiarachi: So hätten die Teile nach Mosambik gelangen können.

OzeanographieDer mögliche Weg der Trümmer von MH370

Schon wieder soll in Mosambik ein Trümmerteil aufgetaucht sein. Ein Ozeanograph hat das bereits vor einem Jahr vorausgesagt. Und er weiß, wo die Teile als nächstes auftauchen könnten.

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Ein Wrackteil von Flug MH370 nach dem anderen scheint plötzlich aufzutauchen. Das erste, ein Flügelteil des Jets, der am 8. März 2014 spurlos verschwand,  tauchte im Juli 2015 auf La Réunion auf. Das zweite bestätigte Teil Anfang März in Mosambik. Danach hieß es, dass ein Fischer auf La Réunion ein weiteres Wrackteil gefunden habe. Dieses wird inzwischen von den Behörden untersucht.

Und nun die nächste Meldung: Ein Teenager aus Südafrika, der vergangenen Dezember mit seinen Eltern in Mosambik Ferien machte, fand ein Stück Metallschrott am Strand. Entgegen den Protesten seiner Eltern schleppte Liam Lotter es bis nach Hause in Südafrika mit – das Teil faszinierte ihn einfach. Versuche seiner Mutter, es wegzuwerfen, scheiterten.

Mögliches Trümmerteil wird nächste Woche abgeholt

Als dann die Nachricht durch die Medien ging, dass ein Trümmerteil von MH370 vor der Küste von Mosambik gefunden worden war, wurde auch die Familie hellhörig und meldete sich bei den Behörden. Diese hätten ihnen gesagt, dass es wahrscheinlich sei, dass das Teil zu einer Boeing 777 gehöre, so Liams Vater zur Nachrichtenagentur AP. In der kommenden Woche wird das Teil bei der Familie zu Hause abgeholt und zur Untersuchung nach Australien gebracht.

Es soll laut Aussagen der Familie eine Seriennummer 676EB enthalten, die dafür spreche, dass es von einer Boeing 777 stammt. Es habe zudem dieselbe Bienenwabenstruktur wie die anderen gefundenen Trümmer aufweisen. Die Bezeichnung 676EB ist in Boeing-Dokumentationen bei Landeklappen zu finden.

Über 100.000 Trümmerteile könnten im Meer treiben

Charitha Pattiaratchi dürfte sich von diesen Meldungen nur bestätigt fühlen. Der Ozeanograph der University of Western Australia beschäftigt sich seit Jahren mit den möglichen Wegen, die die schwimmenden Trümmerteile von MH370 zurückgelegt haben könnten und hat ein entsprechendes Modell erschaffen. Schon 2014 berechnete er, dass in einer gewissen Zeit die Teile bis an die afrikanische Küste treiben könnten.

«In unserem Modell gehen wir davon aus, dass es rund 100.000 Trümmerteile von MH370 im Wasser gibt», so Pattiarachi zum australischen Fernsehsender ABC. «Und dann gucken wir, wo die Strömungen diese hintreiben.» Zunächst, so erklärt der Professor weiter, sind die Teile wohl in Richtung Norden getrieben. Dann stießen sie irgendwann auf eine sehr starke Strömung, die so genannte südäquatoriale Strömung. Die treibt die Trümmer sehr schnell von Ost nach West und so können die Stücke dann in Mosambik landen. Dem Suchgebiet am Meeresgrund vor der Westaustralischen Küste widerspricht Pattiarachi nicht. Dieses Gebiet haben er und seine Mitarbeitenden auch als Absturzstelle in ihre Berechnungen einbezogen.

Ein MH370-Jäger fand das zweite Wrackteil

«Nach einiger Zeit könnten sie auch einen ganzen Kreis getrieben sein und wieder in Australien ankommen», so Pattiarachi. Die nächste Station nach Mosambik dürfte laut seinen Berechnungen aber zunächst die südafrikanische Küste sein. «Danach kommen sie irgendwann in die – wie wir es nennen – antarktische zirkuspolare Strömung und die könnte sie bis nach Westaustralien bringen», so der Ozeanograph.

Diesen Weg – zumindest an den entsprechenden Küsten – dürfte nun auch Blaine Gibson zurücklegen. Der Australier ist so etwas wie ein MH370-Jäger. Er traf den Professor vor einiger Zeit in Westaustralien und sie kamen ins Gespräch, erinnert sich Pattiarachi. «Er fragte, wo er nach Trümmern suchen muss und ich sagte ihm, nicht in Australien, sondern eher in La Réunion, Madagascar und Mosambik.» Gibson folgte dem Rat. Und er wurde fündig. Anfang März war er es, der das zweite bestätigte Trümmerteil der Boeing 777 fand.

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