Kawasaki EC-2: Nicht hübsch, aber wirksam.

Kawasaki EC-2Ein hässliches Entlein wird Japans neues Auge am Himmel

Mitten in wachsender Spannung in Asien hat Japan ein neues Flugzeug für elektronische Kriegsführung erstmals in die Luft gebracht. Die Kawasaki EC-2 soll gegnerische Radar- und Kommunikationssysteme stören und die Überwachung von Seewegen und Küsten verbessern.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Japan ist von Krisenherden umgeben. Es gibt wiederholte Drohungen Nordkoreas, das mehrfach Raketen über japanisches Gebiet schickte. Gleichzeitig blickt das Land mit Sorge auf die Lage rund um Taiwan – auch wegen enger wirtschaftlicher Verflechtungen. Premierministerin Sanae Takaichi treibt daher die Modernisierung der Armee voran.

Dabei hat sie nun ein neues Flugzeug zur elektronischen Kampfführung getestet: Die Kawasaki EC-2. Sie basiert auf dem Transporter Kawasaki C-2 und absolvierte Mitte März ihren Jungfernflug. Die Maschine liegt größenmäßig zwischen Airbus A400M und Lockheed C-130.

Bewegliche Ziele am Boden orten und verfolgen

Auffällig ist ihre ungewöhnliche Rumpfform. Unter der Zelle verbirgt sich Störtechnik für elektronische Gegenmaßnahmen, Aufklärung und Satellitenkommunikation. Zentrales Element ist das weiterentwickelte Störsystem J/ALQ-5. Es soll gegnerische Kommunikations- und Radarsysteme aus sicherer Distanz stören oder neutralisieren. Zusätzlich kann die Kawasaki EC-2 bewegliche Ziele am Boden orten und verfolgen – unabhängig vom Gelände.

Wie wichtig elektronische Kriegsführung ist, zeigt sich auch in aktuellen Konflikten. Mehrere Staaten setzen gezielt auf Radarstörung, um Luftoperationen zu ermöglichen. Die EC-2 soll genau hier ansetzen und Japans Fähigkeiten deutlich erweitern.

Kawasaki EC-2 soll ab 2027 im Einsatz stehen

Der Erstflug von der Gifu Air Base bei Nagoya markiert allerdings nur den Anfang. Der operative Einsatz ist erst für März 2027 geplant. Dann soll das Flugzeug helfen, die rund 30.000 Kilometer lange Küste Japans und seine Hoheitsgewässer zu überwachen.

Parallel steigt Japans Verteidigungsbudget deutlich. Für 2026 sind rund neun Billionen Yen vorgesehen – ein Plus von 9,4 Prozent. Das sorgt innenpolitisch für Kritik. Oppositionspolitiker fordern stattdessen höhere Sozialausgaben.

Mehr als nur ein Militärprojekt

Neben Nordkorea rückt auch Russland stärker in den Fokus. Moskau könnte im Ernstfall aus dem Norden Druck ausüben. Gleichzeitig bleibt Japan stark abhängig von Energieimporten – rund 95 Prozent stammen aus dem Ausland.

Die Kawasaki EC-2 ist damit nicht nur ein militärisches Werkzeug, sondern auch Teil einer umfassenderen Strategie. Sie soll nicht nur im Konfliktfall wirken, sondern bereits in Friedenszeiten helfen, wichtige Seewege zu überwachen und abzusichern.

Wir lieben Flugzeuge – und guten Journalismus. Unser Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren recherchiert, prüft, erklärt. Unterstützen Sie uns für weniger als einen Cappuccino im Monat – und lesen Sie aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack