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Vereinigung Cockpit und Tuifly-Chef machen sich Vorwürfe

Die Vereinigung Cockpit wehrt sich gegen Aussagen von Tuifly-Chef Oliver Lackmann. Lackmann hatte in einem firmeninternen Schreiben, aus dem die Zeitung FAZ zitiert, geschrieben: «Während sich alle bei der Tui in Deutschland solidarisch zeigen und zusammenhalten, sind unsere Pilotinnen und Piloten fortan die einzige Mitarbeitergruppe, die keinen finanziellen Beitrag zur Sicherheit des Unternehmens leisten wird.» Die Piloten-Gewerkschaft nennt dies «unbegründet und inhaltlich falsch».

Die Vereinigung Cockpit wirft dem Tuifly-Management vor, es hätte Anfang November einseitig Gespräche für beendet erklärt, anstatt eine Lösung mit der Cockpit-Belegschaft zu suchen. «Die Tarifkommission hatte der Tuifly massive finanzielle Zugeständnisse angeboten, fordert allerdings den Verzicht betriebsbedingter Kündigungen zugunsten alternativer Lösungen wie etwa Freiwilligenprogramme», so die Gewerkschaft.

Das Management kontert. Es ginge um den Kurzarbeitsbeitrag, den die Piloten ab dem 1. Dezember nicht mehr leisten wollten. Die gesamte Aussage von Lackmann habe gelautet:

«Bedauerlicherweise hat sich die Tarifkommission Cockpit nun dazu entschlossen, den Corona-Tarifvertrag mitsamt der freiwilligen Gehaltsreduzierung zum 30. November auslaufen zu lassen und nicht bis Ende März zu verlängern. Während sich alle bei der Tui in Deutschland solidarisch zeigen und zusammenhalten, sind unsere Pilotinnen und Piloten fortan die einzige Mitarbeitergruppe, die keinen finanziellen Beitrag zur Sicherung des Unternehmens leisten wird. Ich finde das mehr als enttäuschend: Mit Blick auf die volatilen Reisebedingungen und den dünnen Winterflugplan bin ich fassungslos, wie fahrlässig hier der Ernst der Lage verkannt wird.»