Boeing 737-800 von Turkish Airlines: Gebete im Cockpit sollen künftig möglich sein.

Aussage des ChefsTurkish Airlines will Gebet im Cockpit erlauben

Der Präsident der türkischen Nationalairline hat angekündigt, Gebete im Cockpit zulassen zu wollen. Die Idee von Turkish Airlines sorgt für Kritik - wird allerdings praktisch kaum Probleme bereiten.

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Fünf Mal am Tag sollten gläubige Muslime beten - bei Sonnenaufgang, mittags, am späten Nachmittag, nach Sonnenuntergang und nachts. Und dabei müssen sie sich eigentlich Richtung Mekka ausrichten. Teilweise stehend, teilweise kniend, teilweise am Boden. In Flugzeugen ist das nicht ganz einfach.

Deshalb sorgt nun eine Antwort von Ahmet Bolat für Diskussionen in der Türkei. Er antwortete beim Karrierenetzwerk Linkedin einem Nutzer, der forderte, bei fliegenden Angestellten Bärte und Kopftuch zuzulassen. Der Präsident von Turkish Airlines erklärte, das sei zweitrangig. «Zuerst kommt die Regel über diejenigen, die den Gebetsdienst im Cockpit und in der Kabine verrichten wollen.»

Vertrauter von Erdogan

Bolat war früher Professor und arbeitet seit 2005 für Turkish Airlines. Er gilt als Vertrauter von Präsident Recep Tayyip Erdogan, der die Religion in der Türkei wieder stärker etablieren will. Und die nationale Fluggesellschaft gehört zu 49 Prozent dem Staat. Die Aussage wird denn auch vielerorts in diesem Kontext gesehen.

In den Sozialen Medien wird aber auch Kritik laut, Turkish Airlines gefährde mit der Gebetserlaubnis vor allem im Cockpit die Sicherheit. Das Gebet lenke ab, weil die Pilotinnen und Piloten sich auf das Gebet konzentrierten. Allerdings können gläubige Pilotinnen und Piloten aller Religionen Aufgaben und Religion gut miteinander vereinbaren - auch in muslimischen Ländern.

Religion und Sicherheit vereinbar

Unter anderem ist es gemäß den meisten Islam-Gelehrten erlaubt, seine Gebete auch sitzend zu verrichten, falls es nicht anders geht. Oder man darf sie verschieben, bis man gelandet ist. Und im Koran steht in Sure 4:101: «Und wenn ihr auf der Erde umherreist, so ist es keine Sünde für euch, das Gebet abzukürzen.»

Und nicht zuletzt weist ein muslimischer Pilot in einem Beitrag zum Thea Gebet im Cockpit auf eine weitere Sure hin (5:32). Da steht: «Wer [ein menschliches Wesen] am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält.» Es sei daher auch aus Sicht der Religion oberste Pflicht, für Sicherheit zu sorgen.

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