Unfreiwillige Übernachtungen in Flugzeugen - was die Polizei, die Gewerkschaft Ufo und der Aufsichtsratschefs des Flughafen München sagen

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Rund 600 Fluggäste wurden vergangene Woche am Flughafen München im Winterwetter nicht von Bussen abgeholt und mussten die Nacht in sechs Flugzeuge verbringen, fünf davon von Lufthansa Group. Auch die Kabinengewerkschaft Ufo meldet sich dazu nun zu Wort. «Besonders kritisch ist, dass die Pilotinnen und Piloten sowie das Kabinenpersonal mit dieser Situation weitgehend alleine gelassen wurde», schreibt Ufo. «Wir fordern vom Lufthansa-Management eine umfassende und transparente Aufklärung sowie konkreten Maßnahmen, damit sich ein derartiges Chaos wie in München nicht wiederholt.»

Lufthansa Group hatte erklärt, die Crews hätten die Gäste fortlaufend informiert und bestmöglich mit an Bord versorgt. Die Flugzeuge seien beheizt gewesen und hätten ausreichend Strom gehabt. Zu Frage der fehlenden Busse verwies sie auf den Flughafen.

Der Aufsichtsratschef des Flughafen München, der bayerische Finanzminister Albert Füracker, kritisierte den Vorfall gegenüber der Zeitung Die Welt. «Die Situation für die Menschen an Bord der Maschinen war schlicht inakzeptabel», so der CSU-Politiker. Er erwarte vom Flughafen einen Bericht, welche Verkettung von Umständen und Entscheidungen zu der Situation geführt habe. «Gleichzeitig erwarte ich unverzüglich eine Strategie mit konkreten Maßnahmen, die klar verhindert, dass sich so etwas wiederholt.»

Zudem wollen die Behörden prüfen, ob es mögliche strafrechtliche Konsequenzen gibt. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord bestätigte auf Magazin Spiegel, dass derzeit ein Bericht mit einer Zusammenfassung der Ereignisse für die Staatsanwaltschaft erstellt werde, der dann an die Staatsanwaltschaft Landshut gehen soll. Es handele sich um einen üblichen Vorgang, vonseiten der Passagiere habe es keine Anzeige gegeben.

Gegenüber dem Portal Aero erklärte derweil ein Sprecher der der Bundespolizei am Flughafen: «Die Bundespolizei war in der betreffenden Nacht über die Situation an den Parkpositionen informiert. Da jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung der Luftsicherheit erkennbar war und die Betreuung sowie Abwicklung der Passagiere in der Zuständigkeit des Flughafenbetreibers liegt, ergaben sich für die Bundespolizei keine eigenen Maßnahmen.»

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