Rolls-Royce und Gulfstream haben einen weiteren Schritt bei der Erforschung nachhaltiger Flugkraftstoffe erreicht. Erstmals absolvierte eine Gulfstream G800 ihren Erstflug im Rahmen eines Testprogramms mit 100 Prozent Sustainable Aviation Fuel (SAF). Angetrieben wurde das Geschäftsreiseflugzeug von zwei Pearl-700-Triebwerken von Rolls-Royce.
Im Rahmen der gemeinsam mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, der NASA und weiteren Forschungseinrichtungen durchgeführten Kampagne wurden in Flughöhen von bis zu 50.000 Fuß die Auswirkungen verschiedener Kraftstoffe auf die Bildung von Kondensstreifen untersucht. Dazu flog eine speziell ausgerüstete Gulfstream G700 als fliegendes Messlabor in Formation mit der G800. Erste Ergebnisse zeigen, dass reiner SAF ohne Schwefel und Aromaten die Partikelemissionen und damit die Bildung klimawirksamer Kondensstreifen deutlich verringern kann. Rolls-Royce betont zudem, dass alle derzeit produzierten Trent- und Businessjet-Triebwerke des Unternehmens bereits technisch für den Betrieb mit 100 Prozent SAF geeignet sind. Derzeit ist SAF jedoch nur in Mischungen von bis zu 50 Prozent mit herkömmlichem Kerosin zugelassen.