Die Jury des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat den Studierenden-Teams Aether von der FH Aachen und Asclera von der RWTH Aachen den ersten Platz der neunten DLR Design Challenge verliehen. Beide Teams präsentierten ihre Entwürfe für ein innovatives Notfallevakuierungs-Flugzeug. Zwei weitere Studierendengruppen hatten sich im Verlauf des anspruchsvollen Wettbewerbs zurückgezogen.
Die beiden Studierenden-Teams präsentierten bei der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs ihre Entwürfe, für die sie rund vier Monate Zeit hatten. Dabei durchliefen die Studierenden Prozesse wie beim echten Entwurf von Flugzeugen: Von der ersten Konzeptidee über die detaillierte Ausarbeitung technischer Aspekte und deren Berechnung bis hin zur überzeugenden Darstellung vor der Fachjury.
Zur diesjährigen Aufgabe gehörte, ein effizientes Flugzeug, das eine medizinische Hilfeleistung innerhalb kürzester Zeit ermöglicht, konzeptionell zu entwerfen. Das Flugzeug soll bis zu 19 Personen transportieren können und eine Vielzahl von vordefinierten Einsatzszenarien abdecken. Dazu zählen die medizinische Versorgung während des Flugs und am Boden, der Start und die Landung auf verschiedenen Böden sowie die Ausführung einer Reihe von Missionsprofilen.
Für die Lösung ihrer Aufgabe mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Gleichgewicht zwischen medizinischen Transportlösungen und optimaler Flugzeugleistung für verschiedene Einsätze finden. Dabei sollten sie fortschrittliche Luftfahrttechnologien, intelligente medizinische Systeme und optimierte Rettungsverfahren in ihre Entwürfe integrieren.
Nach der DLR Design Challenge 2025 werden die beiden Teams ihre Konzepte auf dem Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK 2025) in Augsburg präsentieren. Darüber hinaus werden die Teams ihre Entwürfe bei der European Aerospace Science Network Conference 2025 in Madrid in einem Vortrag vorstellen.
So stellt das DLR die beiden Entwürfe vor:
«Aether ist ein vielseitiges zweimotoriges Turboprop-Rettungsflugzeug für den Transport von bis zu 19 Patientinnen und Patienten. Die Kabinenaufteilung ist äußerst flexibel und verfügt über ein umbaubares Design mit Schnellwechselschienen und Drop-Pin-Sitzschienenadaptern, die eine schnelle Umkonfiguration an unterschiedliche Einsatzanforderungen ermöglichen. Eine große Hecktür ermöglicht ein schnelles und effizientes Einladen der Patienten und verkürzt so die Wartezeit in Notfallsituationen erheblich. Mit seinem einfachen und zuverlässigen zweimotorigen Antrieb nutzt Aether nachhaltigen Flugkraftstoff als Energiequelle.»
«Asclera ist ein medizinisches Evakuierungs- und Ambulanzflugzeug, das bis zu 15 Patientinnen und Patienten über eine Reichweite von 2500 Kilometern transportieren kann. Das Design basiert auf einem leistungsstarken zweimotorigen Turboprop-Flugzeug mit modernen Landeklappen und Flugsteuerungssystemen für einen reibungslosen und sicheren Betrieb, selbst auf kurzen, hochgelegenen Start- und Landebahnen. Die Kabine zeichnet sich durch Modularität, schnelle Umkonfiguration und erweiterten Platz durch einen elliptischen Rumpf aus. Doppeltüren und ein schienenbasiertes Ladesystem ermöglichen schnelles Einsteigen und den flexiblen Transport von Patienten mit unterschiedlichen medizinischen Bedürfnissen.»