Knapp über dem Dach: Wie niedrig waren die Flugzeuge wirklich?

KapstadtZwei Embraer-Jets donnern über Rugbystadion – war der Überflug zu niedrig?

Zwei Embraer Embraer E190 von Airlink fliegen tief über ein voll besetztes Rugbystadion in Kapstadt – und die spektakulären Bilder gehen viral. Manche Trackingdaten legen einen extrem geringen Abstand zum Dach nahe. Andere Werte widersprechen.

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Für einen Moment sieht es so aus, als könne das nicht gutgehen. Eine Embraer E195 von Airlink rauscht über das DHL Stadium in Kapstadt, scheinbar nur knapp über dem Dach. Als sie anschließend die Nase nach oben zieht, wirkt der Abstand noch geringer. Direkt dahinter folgt eine E190 der gleichen Fluglinie. Die Fernsehbilder verbreiteten sich schnell im Netz – und mit ihnen die Frage, ob das spektakuläre Manöver womöglich zu spektakulär war.

Die beiden Embraer E-Jets mit den Kennzeichen ZS-YDE und ZS-YAE waren am Samstag (29. August) vor dem Rugbyspiel zwischen den südafrikanischen Springboks und den neuseeländischen All Blacks unterwegs. Airlink ist die offizielle Fluggesellschaft der Tour Rugby’s Greatest Rivalry und hatte den Überflug zuvor angekündigt. Für zusätzliche Dramatik sorgte Pyrotechnik, die vom Stadiondach abgeschossen wurde und durch die auf den Bildern auch einer der Jets zu fliegen scheint.

Wie knapp war der Überflug der beiden Embraer E-Jets?

Wie knapp der Überflug tatsächlich war, lässt sich aus den Bildern kaum beurteilen. Auch die Daten von Flugverfolgungsdiensten wie Airnav Radar liefern dazu kein eindeutiges Bild. Die barometrische barometrische Höhe betrug demnach rund 62 bis 64 Meter über dem Meeresspiegel, berichtet unter anderem das Portal PYOK. Da das Stadion rund 50 Meter hoch ist, ergäbe sich rechnerisch ein Abstand von lediglich etwa 12 bis 14 Metern.

Andere Daten weisen für die Airlink-Jets gleichzeitig eine GPS-Höhe von rund 282 Metern aus. Der große Unterschied hat auch damit zu tun, dass die Werte auf unterschiedliche Weise ermittelt werden. Die barometrische Höhe basiert auf dem Luftdruck. Sie reagiert sehr fein auf kleine Höhenänderungen, kann aber durch die jeweiligen Wetter- und Druckverhältnisse beeinflusst werden. Die GPS-Höhe wird dagegen mithilfe von Satellitensignalen bestimmt und ist unabhängig vom Luftdruck. Dafür ist die vertikale GPS-Genauigkeit schlechter als die horizontale, weshalb der angezeigte Höhenwert kurzfristig schwanken kann.

Airlink betont: Überflug der Embraer erfolgte vorschriftsgemäß

Zusammen mit den unterschiedlichen Kameraperspektiven bedeutet das: Aus den öffentlich verfügbaren Trackingdaten lässt sich nicht zweifelsfrei ableiten, dass die Embraer tatsächlich nur wenige Meter über das Stadiondach hinweg flog. Nach Angaben von Airlink wurde der Überflug sorgfältig geplant und geprobt. Er sei mit Unterstützung und Genehmigung der südafrikanischen Luftfahrtbehörde SACAA und der Flugsicherung erfolgt. Die Jets flogen mit mit rund 278 Kilometern pro Stunde. In jedem Flugzeug saßen drei erfahrene Piloten – als Kapitän, Kopilot sowie Sicherheits- und Technikoffizier.

Die aufgezeichneten Daten beider Flugzeuge bestätigten laut Airlink, dass die Jets innerhalb der genehmigten und zuvor erprobten Grenzen für Höhe und Geschwindigkeit geblieben seien. Die viralen Aufnahmen sehen also nach einem äußerst knappen Manöver aus. Wie gering der Abstand zum Stadiondach tatsächlich war, lässt sich anhand der öffentlich verfügbaren Werte allerdings nicht eindeutig bestimmen.

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