Ein Flugtauglichkeitszeugnis: Das Luftfahrt Budesamt braucht Monate füer die Prüfung uns Ausstellung.

TauglichkeitszeugnisPrivatpiloten kritisieren monatelanges Warten auf Luftfahrt-Bundesamt

In manchen Fällen muss das deutsche Luftfahrt-Bundesamt die medizinische Flugtauglichkeit von Pilotinnen und Piloten bescheinigen. Die Bearbeitungsdauer liegt mitunter bei Jahren.

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Wer Privatpilotin oder -pilot werden will, egal ob privat oder als beruflich, muss erstmal zum Arzt. Nach der Untersuchung beim Augenarzt geht es zum Fliegerarzt. Hier wird geklärt, ob die künftigen Pilotinnen und Piloten überhaupt die körperlichen Voraussetzungen mitbringen, um ein Flugzeug zu steuern. Neben einem Fragebogen zur psychischen Gesundheit werden Urin- und Blutproben entnommen, der Gleichgewichtssinn und die Reflexe getestet, der Blutdruck gemessen und ein Ruhe-EKG durchgeführt.

In Deutschland gibt es rund 350 Ärztinnen und Ärzte, die die Tauglichkeitsuntersuchung durchführen können. Wenn alles in Ordnung ist, stellt der Arzt oder die Ärztin das Tauglichkeitszeugnis oder auf Englisch Medical aus. In bestimmten Abständen je nach Alter muss die Tauglichkeit erneut nachgewiesen werden. Soweit so gut.

LBA braucht Monate bis Jahre

Doch in manchen Fällen muss das Luftfahrt-Bundesamt LBA als oberste Behörde eine Entscheidung über die Flugtauglichkeit treffen, beispielsweise nach Unfällen. Und das wird zunehmend zum Problem. Denn Betroffene warten mittlerweile mehrere Monate oder sogar Jahre auf die Ausstellung der Zeugnisse durch das LBA.

Privatpilotinnen und -piloten sind von dem Problem ebenso betroffen wie Berufspiloten. Sie verlieren ihre fliegerische Routine und sind einem hohen Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Berufspiloten kommen die langen Wartezeiten einem Berufsverbot gleich, was zu Existenzängsten und finanziellen Schäden für die Fluggesellschaften führt. Denn ohne aktuelles Medical darf niemand ins Cockpit steigen.

Verlagerung nach Österreich

Das Problem ist mittlerweile so akut, dass sich die Verbände Aopa-Germany, Deutscher Aero Club und der Deutscher Ultraleichtflugverband in einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Volker Wissing gewandt haben. Darin erklären sie das Problem zum «Staatsversagen» und fordern «eine verbindliche Planung zur kurzfristigen und nachhaltigen Beseitigung der Problematik, die mit den Verbänden auf ihre Zweckdienlichkeit abgestimmt wird» und «eine transparente Quantifizierung der Problematik durch das LBA».

In dem Schreiben weisen die Verbände darauf hin, dass zahlreiche Piloten und Pilotinnen in ihrer Not das LBA wegen Untätigkeit verklagt haben. Mittlerweile sollen sich bei den zuständigen Verwaltungsgerichten hunderte Verfahren häufen. Als Alternative sollen viele Berufs- und Privatpiloten inzwischen ihre Lizenzen ins Ausland transferieren, unter anderem nach Österreich.

LBA will Personal einstellen

Neben dem offenen Brief hat Aopa-German eine Online-Petition mit den gleichen Forderungen erstellt. Mittlerweile haben die Petition bereits über 15.000 Menschen unterschrieben.

Das LBA selbst gibt zu, dass das Problem seit Jahren bekannt ist. Abhilfe will man durch die Einstellung von zusätzlichem medizinischem Fachpersonal lösen. Privatpilotinnen und -piloten kritisieren, dass das schon seit Jahren versprochen wird und sich die Situation nicht geändert hat.

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