Business-Class-Essen und -Sitze: Hier will Sun Country Airlines abbauen.

US-AirlineNeuer Chef will Sun Country auf billig trimmen

Weniger Premium, mehr Sitze, kostenpflichtiges Gepäck - so will der neue Chef Sun Country Airlines profitabler machen. Auch bei den Mitarbeitern möchte er sparen.

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Seit Juli hat Sun Country Airlines einen neuen Chef: Jude Bricker tauschte seine Posten als Geschäftsführer und Vizepräsident des amerikanischen Billigfliegers Allegiant Air gegen den Chefsessel beim Ferienflieger. Dort will er nun seine Lowcost-Erfahrung nutzen und die Fluggesellschaft umbauen.

Auf einer Veranstaltung kündigte Bricker an, ab Januar Gebühren für Aufgabegepäck zu verlangen. Auch Platzreservierungen sollen bei Sun Country in Zukunft kostenpflichtig seien, während Wasser und Limonaden gratis bleiben. Die Boeing-737-Flotte soll zwar weiterhin über eine Business Class (offiziell First genannt) verfügen, allerdings mit weniger Plätzen pro Flugzeug. Auch der Essensservice in der besten Klasse wird zurückgefahren.

Mehr Abflugorte geplant

Die Gesamtzahl der Sitze je Maschine steigt dadurch von 162 auf 180. Dabei schrumpft der Standard-Sitzabstand von rund 81 auf etwa 74 bis 76 Zentimeter. Dünnere Sitze sollen den Effekt etwas abmildern. Außerdem kündigte Bricker an, eine Zwischenklasse mit rund 81 Zentimeter Sitzabstand ins Programm aufzunehmen. Der Umbau der 22 Flugzeuge von Sun Country soll etwa ein Jahr dauern.

Der neue Chef plant auch, das Streckennetz zu erweitern und die Schönwetter-Ziele der Airline, etwa in Mexiko oder der Karibik, ebenfalls von anderen Städten im Mittleren Westen aus anzufliegen, wie etwa Cincinnati, Milwaukee oder Indianapolis. Bisher war Minneapolis die Basis. «Wir müssen uns diversifizieren», sagt Bricker. Dass 95 Prozent des Netzwerkes aus Minneapolis komme, sei angesichts einer steigenden Konkurrenz durch Delta, Spirit und Frontier nicht vertretbar.

Mitarbeiter bekommen Abfindungen

Laut der Zeitung Star Tribune soll Sun Country Angestellten - mit Ausnahme von Piloten -, die schon zehn Jahre oder länger im Betrieb sind, Abfindungen anbieten, für den Fall, dass sie die neue Ausrichtung nicht mittragen und das Unternehmen verlassen wollen. Der Luftfahrtberater Robert Mann sagte der Zeitung: «Die Idee ist, ältere, teuerere Arbeiter herauszukaufen und sie durch jüngere, billigere Angestellte zur ersetzen.» Mann warnte vor dem Risiko, so Mitarbeiter zu verlieren, die ein hohes Serviceniveau garantierten.

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