Zeichnung des Unfallhergangs: Der Pilot fiel mehrmals durch die Prüfung.

Unfallpilot fiel durch Prüfungen

Angehörige der Opfer bringen neue Dokumente vor: Der Pilot, der mit einem Privatjet die B737 von Gol rammte, versagte bei Tests.

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Es ist ein lange Liste von Mängeln, welche die Familien der 154 Menschen vorlegen, die beim Absturz der Boeing B737 ums Leben kamen. Der neuste Vorwurf: Pilot Joseph Lepore sei ungenügend qualifiziert gewesen. Er sei als Kopilot lange auf einer BAe Jetstream 41 geflogen. 1998 habe er dann versucht, zum Piloten aufzusteigen. Diesen Test habe er aber zwei Mal nicht bestanden, erklärte der Luftfahrt-Experte der Anklage, Roberto Peterka, gegenüber der Zeitung Jornal do Brasil. Auch auf dem Embraer Legacy 600 habe Lepore nicht alle Vorschriften erfüllt. So habe der Amerikaner nicht die Anzahl an Flugstunden vorweisen können, die in Brasilien eigentlich für diesen Flugzeugtyp erforderlich seien, so Luftfahrt-Experte Peterka. Am 29. September 2006 war Lepore mit einem Legacy-Privatjet über dem Amazonas mit der Linienmaschine der brasilianischen Airline Gol zusammen gestoßen. Während das kleine Flugzeug noch landen konnte, wurde die linke Tragfläche der B737 massiv beschädigt. Der Linienjet stürzte daraufhin ungebremst in den Urwaldboden.

Derzeit läuft in Brasilia das Berufungsverfahren gegen das Urteil der ersten Instanz im Strafprozess. Beim ersten Prozess waren Lepore und sein Kopilot zu viereinhalb Jahren in Halbgefangenschaft verurteilt worden. Der Richter wandelte die Strafe dann jedoch in wohltätige Arbeit um, welche Lepore in den USA verrichten kann. Das ist den Angehörigen zuwenig. Sie wollen den verantwortlichen Piloten hinter Gitter sehen. Denn sie sehen gleich mehrere Fehler, welche die Piloten machten. So flogen sie ohne Anti-Kollisionssystem los. Zudem schalteten sie den Transponder des Flugzeuges aus und flogen die ganze Strecke zwischen São José dos Campos und Manaus auf 37'000 Fuß (rund 11'300 Meter). Von der Flugaufsicht waren der Legacy drei verschiedene Flughöhen vorgegeben gewesen. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes hätte der Privatjet 1000 Meter tiefer fliegen sollen.

Auch Kontrolle versagte

Die brasilianische Behörde für Flugunfall-Untersuchungen (Centro de Investigação e Prevenção de Acidentes Aeronauticas) wies in Ihrem Bericht von 2008 bereits auf die geringe Erfahrung der Piloten auf der Legacy hin. Zudem kritisierten sie die ungenügende Flugvorbereitung. Gemäß den Aufsehern begingen jedoch nicht nur die Piloten massive Fehler. Auch die Flugaufsicht habe geschlampt. So habe man die falsche Flughöhe der Legacy gar nicht bemerkt. Zudem sei die Kommunikation ungenügend gewesen.

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