Everest-Rundflug von Buddha Air: Landung bei schlechtem Wetter.

Crash in Nepal: Zweifel am Piloten

Erste Analysen zeigen: Der Pilot der abgestürtzen Maschine von Buddha Air flog zu tief. Warum, bleibt ein Rätsel.

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Luftfahrt

Am Montag blieben die Flugzeuge von Buddha Air am Boden. Man spreche den Hinterbliebenen der Absturzopfer das tiefste Bedauern aus und kondoliere ihnen von ganzen Herzen, erklärte die Airline in einer Mitteilung. «Buddha Air sah sich stets verpflichtet, in die neuste Sicherheitstechnologie zu investieren und kompetente Experten auf dem Gebiet zu beschäftigen» so das Unternehmen weiter. Am Sonntag nützte das alles aber nichts. Eine Beechcraft 1900D der Gesellschaft stürzte in Kotdanda Lamatar ab - 20 Kilometer außerhalb der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Alle 16 Passagiere des Rundfluges zum Mount Everest und die drei Crewmitglieder starben.

Noch ist völlig unklar, was zum Unfall führte. Doch Experten schließen menschliches Versagen nicht aus. «Falls es ein technisches Problem gegeben hätte, dann müsste es dafür einen Hinweis geben» so Bimlesh Lal Karna, Sicherheitschef des internationalen Flughafens in Kathmandu gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. « Das Flugzeug war bereits seit 45 Minuten unterwegs. Dabei gab es keinerlei Anzeichen für Problem. Das schlechte Wetter brachte den Piloten dazu, die falsche Entscheidung zu treffen», so Lal Karna weiter. Lokale Medien berichten, die Propellermaschine sei für den Anflug auf Kathmandu aus den Wolken getaucht und auf Sicht auf rund 1500 Metern über Boden geflogen. An jener Stelle wären aber gemäß den Zeitungen rund 300 Meter mehr als Minimum vorgeschrieben. « Er flog zu nahe an die Hügel heran» so Aviatikexperte Hemant Arjyal zu AFP.

Zu wenig gute Leute

Andere Experten nehmen den Piloten in Schutz. «Es wäre möglich, dass die Instrumente ihm falsche Angaben zu seiner Höhe und der des Hügels lieferten. Klar ist aber, dass das Wetter eine Rolle spielte» so Medini Prasad Sharma, ehemaliger Leiter der Luftfahrtaufsichtsbehörde Civil Aviation Authority of Nepal. Er sieht jedoch generelle Probleme bei der Qualifikation der Mitarbeiter. Seit der Liberalisierung des Luftverkehrs in Nepal im Jahr 1992 seien rund 30 Airlines gegründet worden, einige davon bereits wieder verschwunden. Sie hätten die besten Leute von der Staatsairline Nepal Airlines abgeworben. Für alle Gesellschaften gebe es aber einfach nicht genug gute Leute. Und in die Ausbildung investiere man auch kaum, so der Experte gegenüber der Zeitung Republica.

Hinzu kommt gemäß dem Aviatikprofi ein Manko bei der Aufsicht. «Die Behörde beaufsichtigte vor 19 Jahren eine Airline. Heute sind es mehr als zwölf - mit ungefähr gleich vielen Leuten und der gleichen Infrastruktur», so der Experte weiter. Kein Wunder, dass es in Nepal 2010 gleich zu drei fatalen Crashs mit zusammen fast 30 Toten kam. Ein Bericht des Tourismusministeriums von Anfang August hielt fest, die Zahlen seien «wenig ermutigend». Airlines, Transportministerium und Aufsichtsbehörde täten zuwenig für die Sicherheit.

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