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Treffen in Brüssel

Lufthansa, Ryanair und Co. machen gemeinsame Sache

Gibt es zwischen Ryanair, Easyjet, Lufthansa, Air France und British Airways gemeinsame Ziele? Ja! Die Chefs der Airlines verlangen von der EU Maßnahmen, um die Branche zu entlasten.

EU

Violeta Bulc: Die EU-Transportkommissarin soll für tiefere Kosten sorgen.

«British Airways und Iberia? Das erinnert mich an zwei Betrunkene, die sich gegenseitig stützen.» «Was zum Teufel weiß er [der ehemalige Lufthansa-Chef Jürgen Weber] schon? Er hat Deutschen nie Tiefpreise angeboten. Die Deutschen würden nackt über Scherben kriechen um Billigtarife zu bekommen.» «Man muss das Volk von den hohen Easyjet-Preisen befreien.» «Air France unternimmt nichts, um KLM zu entwickeln.» Der Mann, der all dies sagte, ist Michael O’Leary, Chef der Billigfluggesellschaft Ryanair.

Nun spottet der Ire nicht mehr über die Konkurrenz, sondern setzt sich mit ihr an einen Tisch. Am Mittwoch (17. Juni) trafen sich O’Leary, Carolyn McCall von Easyjet, Willie Walsh von IAG, Alexandre de Juniac von Air France-KLM und Carsten Spohr von Lufthansa in Brüssel. Die Chefs der fünf größten europäischen Airline-Gruppen beschlossen, gemeinsam eine Vision für die Zukunft der Luftfahrt in Europa auszuarbeiten. 

Kosten von Flughäfen und Flugsicherung sollen sinken

Die Luftfahrt-Manager verlangen von den EU-Behörden Maßnahmen, um die Branche wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Die Fluggesellschaften selbst hätten in den letzten 20 Jahren ihre Kosten rund 1 bis 2 Prozent pro Jahr verringert während die Ticket-Preise für die Passagiere weit mehr gefallen seien. Aber die Ausgaben, welche sie selbst nicht kontrollieren können, seien nicht gesunken. Konkret nennen Lufthansa, Ryanair und Co. die Flugsicherung und die Flughäfen, die oftmals als Monopolanbieter agierten. Zudem soll die Belastung der Passagiere durch Abgaben und Steuern verringert werden.

Die Arbeit der fünf Manager soll in die neue Luftfahrt-Vision von Transport-Kommissarin Violeta Bulc einfließen. Ziel ist es, mit den Maßnahmen einen zweiten Schub auszulösen, wie ihn in den Neunzigerjahren die Liberalisierung in Europa brachte. Genannt werden sie nicht – doch der Schritt ist sicherlich ein Versuch, gegenüber den Golfairlines wieder konkurrenzfähiger zu werden.



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