Letzte Aktualisierung: um 20:38 Uhr
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Praktikanten im Tower

Fünf Crashs mit Toten gab es im Kongo in zwölf Monaten. Experten geben die Schuld katastrophalen Zuständen auf den Airports.

PetterLundkvist/Wikimedia/CC

Flughafen N’djili in Kinshasa: Scharfe Kritik an der Infrastruktur.

74 Menschen starben, als am 9. Juli eine Boeing 727-030 der Hewa Bora Airways beim Landeanflug auf den Flughafen Kisangani-Bangoka zerschellte. Schlechtes Wetter wurde als Ursache des Crashs angegeben. Doch der Chef der Airline macht direkt die Flugaufsichtsbehörde Régie des Voies Aériennes verantwortlich. «Am Tag des Unglücks ließ die Behörde Praktikanten im Tower arbeiten, statt ausgebildete Profis», so Stavros Papaioannou gemäß der Newssite Allafrica.com. Die Aufseher weisen diesen Vorwurf indes weit von sich.

Dennoch zeigt die Diskussion, wie schlecht es um die Sicherheit in der Demokratischen Republik Kongo steht. In den vergangenen zwölf Monaten gab es im Land fünf Crashs mit insgesamt 130 Todesopfern. Für Joachim Jean Paul Ndagano ist das keine Überraschung. Schuld seien Fehler bei der Wetterüberwachung, der Kommunikation zwischen dem Tower und Piloten in brenzligen Situationen und der ungenügenden Infrastruktur auf den Flughäfen. Der Pilot der nationalen Airline Lignes Aeriennes Congolaises erklärt auf Allafrica.com: «Die Ausrüstung in den Kontrolltürmen und die Wetterstationen, die exakte, aktuelle Informationen zum Wetter, zur Atmosphäre und zur Temperatur liefern sollten, entspricht nicht den gültigen Standards in der Luftfahrt».

Veraltete Gerätschaften

Die Aufsichtsbehörde Régie des Voies Aériennes hat Mängel selbst bestätigt. In einer Studie stellte sie fest, dass die Geräte in den Towers «überaltert» sind. Hinzu komme das Problem einer unsicheren Stromzufuhr und der oft nicht einsatzbereiten Feuerwehr. Die Einrichtungen zum Auffüllen der Schaum- und Wassertanks seien ebenfalls hoffnungslos veraltet.



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