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Karibikairline Liat braucht Geld

Die Regionalfluglinie verbindet Inseln der Karibik. Den besten Ruf genießt sie nicht. Auch finanziell liegt bei Liat einiges im Argen.

ATR

ATR72-600 von Liat: Im Schnitt sind die Flieger der Airline nur etwas älter als vier Jahre.

«Sprechen Sie mit jemandem über seine Erfahrungen mit Liat und das Gespräch beginnt meist mit einem Seufzer. Es ist in der Regel ein Seufzer der Frustration, Enttäuschung und Resignation in einem.» Mit diesen harten Worten kommentiert die Zeitung The Daily Observer aus Antigua und Barbuda die aktuelle Debatte um die Regionalairline, die zwischen den Karibikinseln fliegt.

Bei der klammen Fluglinie, die früher Leeward Islands Air Transport hieß, habe sich über Jahre kaum etwas verändert und dennoch gebe es keine wirkliche Alternative zu ihr, so das Blatt. Zuvor hatte der Premierminister von Grenada, Keith Claudius Mitchell, beim Jahrestreffen der Caribbean Development Bank Ende Mai angemahnt: «Die größte Fluggesellschaft der Region muss als effizientes und nachhaltiges Unternehmen agieren.»

Fusion mit Caribbean Airlines?

Mitchells Amtskollege aus Antigua und Barbuda forderte die Regierungen der Region auf, der Airline finanziell zu helfen. «Liat braucht frisches Geld, um den Bedarf an Betriebskapital zu decken und neues Equipment und neue Vermögenswerte zu bekommen», sagte Gaston Browne laut dem Nachrichtenportal Loop. Ein verlässlicher Transport sei essenziell für die Wirtschaft. Browne schlug auch eine engere Kooperation oder gar Fusion von Liat mit Caribbean Airlines vor. Zudem sprach er sich für eine Reduzierung oder Abschaffung von Flughafengebühren aus, um die Kosten für Reisen zwischen den Inseln zu senken.

Elf Regierungen aus der Region gehören zu den Gesellschaftern von Liat – Barbados, Antigua und Barbuda sowie St. Vincent und die Grenadinen zu den größten. Die Flotte der Fluggesellschaft besteht aus fünf ATR72-600 und fünf ATR42-600. Zurzeit fliegt sie 14 Flughäfen an, alle auf Inseln gelegen, abgesehen von Guyana auf dem südamerikanischen Festland. Ihr Hauptquartier hat die Airline auf Antigua. Die Passagierzahlen von Liat gehen sei dem Jahr 2010 stetig zurück.

Chefin bittet um Vertrauen

Auch Julie Reifer-Jones, seit August 2017 Chefin von Liat, meldete sich zwei Mal zu Wort. Ende Mai bat sie Reisende um Vertrauen. Sie sagte, man habe in den vergangenen Monaten weniger verspätete Flüge gehabt und weniger Beschwerden über fehlendes Gepäck. Zudem installiere man ein neues Gepäcksystem.

Auch beim Service habe sich etwas getan. «Wir haben Schulungen durchgeführt und hoffen, dass Sie schon eine Verbesserung im Kundenservice von Liat gesehen haben», so Reifer-Jones laut Loop. Die Gesellschafter forderte die Airline-Chefin auf, in moderne Technologie zu investieren. Mitte Juni sprach sie sich außerdem dafür aus, Transitgebühren an den Flughäfen abzuschaffen.



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