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Athen – Reykiavik in 12 Minuten

Zwanzig mal schneller als der Schall: Das Pentagon testet einen Flieger, der jedes Ziel auf der Welt in unter einer Stunde erreicht.

Heute Donnerstag um 16 Uhr (11. August, MEZ) soll es so weit sein: Der schnellste Flieger der Welt bricht in Kalifornien zu seinem Testflug auf. Eine Rakete startet an der Air-Force-Basis in Vandenberg und lässt den Super-Jet dann nach dem Austritt aus der Atmosphäre frei. Das unbemannte «Hypersonic Technology Vehicle 2» (HTV-2) soll dann eine halbe Stunde später wieder landen – auf dem Kwalajein-Atoll nahe Hawaii, rund 6600 Kilometer weit entfernt.

Die Promotoren des Projekts im Pentagon hoffen, dass alles gut geht: Ein erster Test mit einem HTV-2-Flugzeug scheiterte im April 2010. Nur wenige Minuten nach dem Start verschwand der Jet vom Radar und wurde nie wieder gesehen. Offenbar hatte er Probleme, sich im Flug zu stabilisieren. Bei einer Korrektur des Winkels hätte der Flieger seine Selbstzerstörung eingeleitet und sei ins Meer gestürzt, so die Forschungseinheit Darpa des US-Militärs. Diese Mängel seien aber nun behoben und dürften beim zweiten Testflug keine Probleme verursachen.

Enttäuschung für Passagiere

Wer nun auf den Luxus hofft, bald zum Lunch nach Sidney zu fliegen, wird allerdings enttäuscht: Das Pentagon entwickelt den Flieger aus einem anderen Grund. Innerhalb kürzester Zeit kann man mit dem HTV-2 Feinde in der entlegensten Ecke der Welt angreifen. «Prompt Global Strike» heißt das im Jargon des US-Militärs. Der Vorteil, den der Überschalljet gegenüber bisherigen Raketen neben der nie dagewesenen Geschwindigkeit haben soll: Dadurch dass er die meiste Zeit oberhalb der Atmosphäre fliegt, ist er vom Boden aus nicht so leicht auszumachen. Von Athen und Reykiavik würde der HTV-2 rund 12 Minuten brauchen.

Der HTV-2 sieht in etwa aus wie ein großes Stück Pizza. Gebaut ist er aus Karbon-Verbund-Werkstoffen. Diese sollen den extremen Temperaturen, denen das Flugzeug ausgesetzt sein wird, standhalten. Auch das soll auf dem Testflug nun gezeigt werden.

Wer den Testflug live mitverfolgen will, kann das zumindest im Internet – wenn auch nicht per Video. Im Darpa-Twitter-Feed sollen die Follower kontinuierlich über die Fortschritte informiert werden.



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