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Garudas Weg aus der Krise

Noch vor einigen Jahren stand die indonesische Airline vor dem Bankrott. Sie erholte ich jedoch und überrascht nun mit einem neuen Produkt.

Emirsyah Satars Freunde schüttelten den Kopf, als er ihnen vor sechs Jahren von seinen Karriereplänen erzählte. Er gab seine lukrativen Banking-Job auf, um Konzernchef von Garuda Indonesia zu werden. «Sie haben gesagt: Wir geben Dir ein halbes Jahr und Du machst die Airline dicht», erzählte Satar kürzlich in einem Interview mit dem Fernsehsender BBC. So ganz unbegründet waren diese Kommentare nicht: Die staatliche Airline steckte damals mit rund 90 Millionen Dollar tief in den Miesen.

Garuda hatte außerdem einen alles andere als guten Ruf: Mehr als zwölf tödliche Unfälle mit Jets der Fluggesellschaft gab es seit 1950. Der letzte ereignete sich 2007. Bei der Landung in Yogyakarta fing eine Boeing 747 Flammen. 21 Menschen starben.

Rückschlag für die indonesische Luftfahrt

Nicht nur für Garuda sondern für die gesamte Indonesische Luftfahrt war das ein massiver Rückschlag: Die EU setzte alle Airlines des Landes aus Sicherheitsbedenken auf die schwarze Liste. «Das zerstört das Image natürlich enorm. Man zweifelte an unserer Sicherheit und deswegen konnte wir nicht merh nach Europa», so Satar. Und dagegen wollte er vorgehen, denn: «Immerhin repräsentiert Garuda auch zu einem großen Teil Indonesien», so der Geschäaftsmann. Von der schwarzen Liste wollte er herunter – und unterzog die Fluggesellschaft einer Generalüberholung: Schuldenabbau stand natürlich ganz oben auf Satars Liste: Von 900 Millionen Dollar in 2005 hat er es auf 400 Millionen geschafft. Die Passagierzahlen sind um 47 Prozent gewachsen, die Kapazität um 40 – was auch an der starken indonesischen Wirtschaft liegt. Zweistelliges Wachstum und ein guter Konsum zeigen sich vor allem in starken Zahlen bei regionalen und Inlandsflügen.

Gleichzeitig zu der finanziellen Sanierung leitete Satar aber auch eine Rundumerneuerung der Kabinen und massive Verbesserungen im Service und in den Sicherheitsprozeduren ein. Mit diesen Massnahmen hatte er Erfolg: 2009 schon konnten die ersten Garuda-Flieger wieder in Amsterdam landen.

«Das ist Garuda?»

Satar sieht auch bei den Passagieren, dass das Image der Airline sich langsam ändert: «Ein Reisender erzählte mir, dass er ins Flugzeug stieg und gar nicht glauben konnte, dass das Garuda sein soll». Sie Passagiere seien alte Flugzeuge und lausigen Service gewohnt gewesen. So etwas gebe es nun nicht mehr. Und auch in die Sky-Team Allianz dürfte die Airline bald aufgenommen werden. Man rechnet mit einer Eingliederung im kommenden Jahr.

Das alles ist erst der Anfang, Die Flotte der Airline soll massiv erneuert werden: Bis 2015 will man die Zahl der Flieger von 87 auf 153 fast verdoppelt werden. Es gibt also noch einiges zu tun – auch beim Image. Zwar erhielt die Airline im vergangenen Jahr vom britischen Beratungsunternehmen Skytrax den Preis für die Airline, die sich am meisten verbessert hat – und das beruht immerhin auf den Befragungen von rund 18 Millionen Reisenden. Das Rating, das das Unternehmen Garuda gibt, hat ausserdem vier Sterne – so gut wie etwa auch die Lufthansa. Trotzdem: In den USA traut man der Airline noch immer nicht so richtig: Indonesien wird von der Federal Aviation Administration immer noch schlecht eingestuft, was die Sicherheit angeht. Darunter leiden auch die Routen in die Vereinigten Staaten. Bis das Stigma der Crash-Airline also vollends abgeschafft ist, dürfte also noch einige Zeit vergehen. Auf dem richtigen Weg scheint Garuda aber bereits zu sein.



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