Pilot im Cockpit: Ruhepausen sind unerlässlich

Mehr Piloten, längere Schichten

«Ich fliege von Frankfurt nonstop nach Kapstadt. Wie viele Piloten sind da an Bord?», fragt Leserin Uschi Emmerich. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Auf einem so langen Flug werden hoffentlich drei Piloten an Bord sein. Die Flugzeit beträgt ja um die elf bis zwölf Stunden. Ob zwei oder drei Piloten an Bord sind, hängt aber von der Einsatz-Zeit ab. Die Regelung der sogenannten Flugdienstzeit oder FDP (Flight Duty Period) ist dabei zentral. Die ist übrigens auch auf Kurzstreckenflügen oftmals limitierend. Denn wir fliegen ja auf Kurzstrecke häufig drei oder vier Flüge am Tag. Das bringt sehr lange Einsatzzeiten von über 10 Stunden mit sich.

Bei uns haben wir beispielsweise für Zwei-Piloten Crews eine maximale Flugdienstzeit von 13 Stunden. Diese beginnt in der Regel eine Stunde vor dem Flug und endet mit dem Parken des Flugzeuges nach dem letzten Flug. Um die Flugdienstzeiten zu verlängern, braucht es einen dritten Piloten. Eine Crew von 3 Piloten darf also länger im Einsatz stehen als eine Crew mit 2 Piloten.

Bis zu 18 Stunden

Je nach Erholungsmöglichkeit während des Fluges, können in einer Drei-Piloten Crew die Flugdienstzeiten um die 16 bis 18 Stunden betragen. Um noch längere Einsatzzeiten zu erreichen, bräuchte es dann einen vierten Piloten. Bei Start und Landung sind jeweils alle Piloten im Cockpit. Während des Fluges sind dann zwei Piloten im Cockpit und der dritte macht eine Ruhepause.

Man sollte bei diesen limitierenden Flugdienstzeiten nicht vergessen, dass sie eigentlich für die Sicherheit der Passagiere konzipiert sind. Leider gibt es aber oftmals Einsätze, welche bis an die Grenze dieser Flugdienstzeiten gehen – und manchmal sogar darüber. Die Unfallrate steigt um 65 Prozent an, wenn ein Pilot zwischen 10 bis 12 Stunden im Einsatz ist. Ab 13 Stunden Einsatz steigt die Unfallrate sogar auf 500 Prozent an. Auf europäischer Ebene werden aber leider die Flugdienstzeiten nicht beschränkt, sondern eher gelockert. Auf flugdienstzeiten.de findet man dazu wertvolle Informationen. Die Gefahr in der Fliegerei besteht heute darin, dass der unglaubliche Kostendruck immer mehr auf die Sicherheit drückt. Und somit wird das Fliegen zwar billiger, aber nicht sicherer.

[image2]Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com. Jede Woche wird eine der eingesandten Fragen beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.

Mehr zum Thema

Wählen Sie einen Nachtflug: Kinder haben einen gut eingestellten Rhythmus. Nachts schlafen sie - und wer schläft, ist ruhig.

Überlebenstipps für lange Flüge mit Kindern

Video

Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Herabfallende Deckenverkleidung: Die passagiere waren in Panik.
Kurz nach dem Start in Mashhad geriet eine Boeing 737 von Sepehran Airlines in Schwierigkeiten. Videos zeigen heftige Vibrationen, durch die sich große Teile der Deckenverkleidung lösten und in den Gang fielen. Die Crew erklärte eine Luftnotlage und kehrte zum Flughafen zurück.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Mann auf dem Vorfeld in Paris: Mitarbeitende des Airports konnten ihn stoppen.
Ein Mann ist am Flughafen Paris-Charles de Gaulle offenbar durch die Sicherheitsbarrieren gelangt und bis aufs Vorfeld vorgedrungen. Flughafenmitarbeiter verfolgten ihn mit einem Dienstfahrzeug und konnten ihn stoppen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg