Pegasus Airlines Airbus A321 Neo: The airline received jets with the new method.

Neue FliegerSo liefert Airbus Jets in der Corona-Krise aus

Social Distanzen bei Vertragsunterzeichnung: Der Flugzeugbauer setzt bei der Übergabe von Fliegern derzeit auf Digitalisierung - und bietet noch andere ungewöhnliche Lösungen an.

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Schon ein kleiner Einkauf beim Supermarkt um die Ecke wird durch die Corona-Pandemie deutlich komplizierter. Was bedeutet die Krise dann erst für die Auslieferung eines Jets an eine Fluggesellschaft? Internationale Reisebeschränkungen und Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen bringen ganz neue Herausforderungen mit sich. Airbus hat daher seine Prozesse angepasst.

Der europäische Flugzeugbauer nutzt eine digitale Plattform, um alle notwendigen Dokumente ohne ein Treffen vor Ort auszutauschen und rechtssicher zu unterzeichnen. Im Rahmen einer Flugzeugübergabe würden zwar manchmal nur wenige Mitarbeiter des Kunden anreisen, manchmal aber auch 40 oder 50, erklärte Airbus' für Auslieferungen zuständiger Manager Alain Vilanove in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Das sei in der Corona-Krise natürlich nicht möglich.

«Der ultimative Vertrauensbeweis»

Für die technische Abnahme durch den neuen Betreiber (Technical Acceptance Completion) bietet Airbus drei Möglichkeiten an. Die Airline oder die Leasingfirma kann wie üblich eigene Experten schicken, allerdings nur ein kleines Team. Dafür sind zudem besondere Genehmigungen nötig, wenn die Gäste nicht aus dem Schengen-Raum kommen.

Sollte eine Anreise nach Toulouse oder Hamburg nicht möglich sein, kann der Kunde auch eine zertifizierte Firma vor Ort damit beauftragen, den Check des Flugzeugs stellvertretend für ihn zu übernehmen. Auch Airbus kann Mitarbeiter dafür abstellen, im Interesse des Kunden alles in Augenschein zu nehmen und zu testen – «der ultimative Vertrauensbeweis», so Vilanove.

Pegasus schickte Piloten mit eigenem Flieger

Auch beim Überführungsflug hat der Kunde die Möglichkeit, eigene Piloten zu schicken, eine Drittfirma vor Ort zu beauftragen oder auf Airbus-Piloten zurückzugreifen. «Es ist nicht die Regel, aber kürzlich haben unsere Piloten ein Flugzeug zu einem Kunden in Asien gebracht», erzählt der Airbus-Manager. Die Cockpitcrew musste danach wieder zurück nach Europa, und das ohne Linienflüge. «Sie sind direkt umgestiegen in einen Corporate Jet, mit dem wir sie zurück nach Toulouse geholt haben», so Vilanove.

Ein anderer Kunde, der schon Flugzeuge mit dem neuen Airbus-Prozedere übernahm, ist Pegasus Airlines. Die türkische Fluggesellschaft erhielt Flieger der A320-Neo-Familie. Sie schickte eigene Piloten mit eigenem Fluggerät zu Airbus in Hamburg Finkenwerder. Die deutsche Regierung habe diese Einreise speziell genehmigt, so Vilanove. Die Piloten hätten sich auch nicht lange dort aufgehalten, sondern schnell den Überführungsflug angetreten.

Lösung der Zukunft, auch ohne Corona?

Bei all dem halte man natürlich alle Gesundheitsbestimmungen ein, betont der Manager. So werde etwa die Körpertemperatur der Gäste gemessen. Zudem habe man in Toulouse und Hamburg eigene Hotels, sollten die Mitarbeiter von Kunden über Nacht bleiben.

Vilanove sagte, rund 50 Prozent der Auslieferungen seit Mitte März seien nach dem neuen Verfahren namens E-Delivery erfolgt. Er zeigte sich überzeugt, dass es Übergaben auch nach der Corona-Krise prägen wird. Alle Beteiligten würden dadurch Zeit und Geld sparen.

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