Airbus A330 Neo von Air Asia: Die Fluglinie ist Großkunde.

Air Asia, Sri Lankan, AviancaAirbus-Korruptionsskandal erreicht Airlines

Airbus hat den Korruptionsskandal außergerichtlich beigelegt. In verschiedenen Ländern nehmen aber Untersuchungen bei Fluglinien Fahrt auf.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Das ist Weltrekord: 3.592.766.766 Euro oder rund 3,6 Milliarden Euro an Strafen zahlt Airbus, um Korruptionsermittlungen außergerichtlich beizulegen. Das bestätigte der Flugzeugbauer vergangene Woche. Er gesteht auch Fehlverhalten ein und verpflichtet sich zu organisatorischen Änderungen. Die Behörden in Frankreich, den USA und Großbritannien stellen im Gegenzug die Ermittlungen ein.

Doch zu jedem Fall von Korruption gehören mindestens zwei Parteien: Jene, die besticht, und jene, die bestochen wird. Während die Ermittlungen gegen Airbus enden, nehmen die Ermittlungen im Umfeld von Fluggesellschaften Fahrt auf. So erklärte Air Asia, dass der prominente Vorstandsvorsitzende Tony Fernandes sowie Aufsichtsratspräsident Kamarudin Meranun ihre Ämter für zwei Monate niederlegen.

Air Asia bestreitet Vorwürfe

Die Anti-Korruptionsbehörden in Malaysia teilten mit, man stehe mit den britischen Kollegen in Kontakt und untersuche Vorwürfe, wonach Airbus die Airline mit rund 45 Millionen Euro dazu bewogen haben sollen, weitere Flugzeuge zu bestellen. Dies soll über das Sponsoring des erfolglosen Formel-1-Teams Caterham geschehen sein, das einst Fernandes gehörte.

Air Asia sowie die beiden Manager bestreiten jegliches Fehlverhalten. Das Sponsoring sei stets bekannt gewesen und man sei auch nie von den britischen Behörden dazu kontaktiert worden. Die Air Asia Group betreibt nur Flugzeuge von Airbus - insgesamt mehr als 280.

Ex-Airline-Chef zur Verhaftung ausgeschrieben

In Sri Lanka haben die Behörden die Verhaftung des ehemaligen Chefs von Sri Lankan Airlines, Kapila Chandrasena, und dessen Frau Priyanka Niyomali Wijenayake angeordnet. Der Vorwurf lautet, dass im Jahr 2013 ein in Brunei registriertes Unternehmen der Frau rund 1,8 Millionen Euro von Airbus erhalten haben soll. Weitere Millionen sollten demnach folgen, damit die Fluggesellschaft Langstreckenflieger bei Airbus ordert.  Mitarbeiter des europäischen Flugzeugbauers sollen auch die britischen Behörden in die Irre geführt haben, was die Identität der Ehefrau angehe, lautet ein zusätzlicher Vorwurf.

In Kolumbien erklärte die Fluglinie Avianca, man habe eine Anwaltskanzlei beauftragt, Vorwürfe zu untersuchen. Aus den Unterlagen der französischen Behörden im Rahmen des Vergleichs mit Airbus ging hervor, dass der Flugzeugbauer einverstanden gewesen sein soll, mehrere Millionen im Zusammenhang mit Orders der Kolumbianer zu zahlen, teilweise an einen Manager des Mutterkonzerns Avianca Holdings. Schließlich sei es aber nie zur Zahlung gekommen.

Untersuchung betrifft viele Länder

Auch in Ghana kündigte das Büro des Präsidenten eine «unverzügliche Untersuchung» an. Es geht dabei um den Vorwurf der Korruption bei der Beschaffung von drei Militärflugzeugen von Airbus. Dabei sollen rund 5 Millionen Euro an einen Verwandten eines Regierungsmitgliedes geflossen sein.

Die Vorwürfe der Behörden an den Flugzeugbauer sind happig. Die britische Oberrichterin Victoria Sharp erklärte in ihrem Urteil, Korruption sei «in zwei Kerndivisionen von Airbus endemisch» gewesen. Untersucht wurden Fälle in China, Ghana, Indonesien, Kolumbien, Malaysia, Nepal, Russland, Saudi-Arabien, Sri Lanka, Südkorea, Taiwan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Etliche Manager entlassen

Personelle Opfer gab es auch bei Airbus. Im Laufe der Untersuchungen hat der Flugzeugbauer selbst 31 Manager entlassen, 32 kündigten von sich aus. Zudem hat der Konzern seinen Chef, seinen Finanzchef und den Generalsekretär ausgewechselt.

Das britische Urteil können Sie hier herunterladen.

Mehr zum Thema

Airbus: Lange Ermittlungen werden abgeschlossen.

Airbus schließt Vergleich im Korruptionsskandal

Korruptionsvergleich kostet Airbus 3,6 Milliarden Euro

Korruptionsvergleich kostet Airbus 3,6 Milliarden Euro

Airbus A320 von Afriqiyah Airways: Von ehemals acht Maschinen ist noch ein Airbus einsatzbereit.

Bei Kämpfen beschädigt: Afriqiyah Airways verkauft zwei Airbus A320 und einen A330

ticker-airbus-neo-1

Airbus startet 2026 mit 19 Auslieferungen und 49 Bestellungen im Januar

Video

Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Zwei der drei Löschfahrzeuge am Flughafen St. Helena: Weil alle Fahrzeuge defekt sind, darf der Flughafen kein Flüge mehr abfertigen.
Die Atlantikinsel St. Helena ist aktuell nicht mehr per Flugzeug erreichbar. Alle drei Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sind defekt. Wann der Flugverkehr wieder starten kann, ist unklar.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies