Letzte Aktualisierung: um 17:32 Uhr

Flugsicherung will bei Anflug auf Frankfurt Lärm vermeiden

Ab dem 1. März wird am Flughafen Frankfurt die Nutzung des sogenannten «Segmented Approach» für Anflüge aus dem Süden tagsüber erprobt. «Das GPS-basierte Verfahren vermeidet große Städte, hat damit Potenzial zur Lärmentlastung in der Region Frankfurt und ist durch kürzere Flugwege kerosinsparend und damit umweltfreundlich», teilt die Deutsche Flugsicherung DSF mit.

Die Flugverkehrszahlen sind durch Corona sehr stark zurückgegangen. Am Flughafen Frankfurt starten und landen aktuell pro Tag nur rund 500 Flugzeuge – im Jahr 2019 waren es noch rund 1500 Bewegungen pro Tag. Dieser Verkehrsrückgang erlaubt es, lärmentlastende Verfahren für die Region Rhein-Main häufiger zu nutzen. Dazu gehört der sogenannte segmentierte Approach, der einen kürzeren Endanflug und damit die Umfliegung dichtbesiedelter Städte und Gemeinden ermöglicht.

Die Nutzung dieses Verfahrens ist schon seit zehn Jahren möglich, bislang erfolgte das nach 23.00 Uhr, wenn Flugzeuge verspätet noch während der eigentlichen Nachtflugbeschränkungen landen durften. «Die Erfahrungen aus diesen Jahren haben gezeigt, dass das Verfahren nun einerseits hinreichend erprobt und vor allem sicher fliegbar ist», so die Flugsicherung. Aktuell bietet sich durch geringe Verkehrsmengen die besondere Chance für die vermehrte Nutzung des Verfahrens auch über den Tag hinweg. «Inwieweit sich ein solches Verfahren am Tage und bei höheren Verkehrsmengen integrieren lässt, soll nun anhand eines Probebetriebes analysiert werden.»

Ab dem 1. März werden Flugzeuge bei Betriebsrichtung 25 (Westwind) die großen Städte Offenbach und Hanau umfliegen, bei Betriebsrichtung 07 (Ostwind) die Stadt Mainz. Stattdessen folgen die Flugzeuge Routen, die später auf den Endanflug eindrehen und über weniger dicht besiedelte Gebiete führen. Getestet wird der segmentierte Anflug zunächst ausschließlich für Flugzeuge, die aus dem Süden kommen.

Insbesondere die Zeitfenster am frühen Morgen zwischen 5.00 und 7.00 Uhr, außerdem der Nachmittag von 13.00 bis 18.00 Uhr sowie die Betriebsstunden zwischen 20.00 und 23.00 Uhr scheinen aus Expertensicht für einen Einsatz des Segmented Approach geeignet. Je nach Verkehrssituation werden Anflüge jedoch auch weiterhin das übliche Anflugverfahren mit langem, geraden Endanflug nutzen können.

Die DFS hat die zeitliche Ausweitung des Anflugverfahrens in Zusammenarbeit mit der Lufthansa-Gruppe analysiert und vorbereitet – ab dem 1. März steht es jedoch allen Fluggesellschaften zur Verfügung. Der Probebetrieb wird durch ein Lärmmonitoring unter der Federführung der Fluglärmschutzbeauftragten begleitet werden. Erste Erkenntnisse werden voraussichtlich im Herbst 2021 vorliegen.