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Flughafen Zürich im ersten Halbjahr mit einem Verlust

Das erste Halbjahr 2020 war auch beim Flughafen Zürich größtenteils geprägt von der Corona-Krise: Während in den ersten sechs Monaten des Vorjahrs noch ein Gewinn von 143,4 Millionen Franken verzeichnet wurde, resultierte im ersten Halbjahr 2020 ein Verlust von 27,5 Millionen. Eine Prognose für das zweite Halbjahr lässt sich derzeit nur schwer festlegen, auch wenn in den vergangenen Wochen eine Zunahme des Flugverkehrs zu verzeichnen war. «Die Corona-Krise hat die gesamte Luftfahrt und die Flughafen Zürich AG wirtschaftlich stark getroffen. Die Umsätze sind zeitweise fast vollständig eingebrochen, was sich im Geschäftsverlauf des ersten Halbjahrs widerspiegelt», kommentiert Chef Stephan Widrig. Als Reaktion darauf hat die Flughafenbetreiberin sehr schnell Kurzarbeit eingeführt und mit verschiedenen Massnahmen die Liquidität gesichert. Investitionen und Kosten werden in den nächsten Monaten und Jahren weiter in erheblichem Umfang gekürzt werden.

Von Januar bis Juni 2020 nutzten 5,3 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich als Ausgangs-, Umsteige- oder Zielort ihrer Flugreise, was einem Rückgang von 64,3 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Dabei sank die Anzahl der Lokalpassagiere um 6,0 Prozent und diejenige der Transferpassagiere um 65,3 Prozent.

Die Gesamterträge brachen gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um beinahe 50 Prozent auf 310,4 Millionen Franken ein. Die Erträge im Fluggeschäft sanken dabei um 58,6 Prozent auf 130,4 Millioneno. Dass die aviatischen Erträge im Vergleich zum Passagierrückgang weniger stark zurückgegangen sind, liegt daran, dass nicht alle Gebühren vom Passagiervolumen abhängig sind. So bestimmt beispielsweise die Anzahl Flugbewegungen die Landegebühren. Die Erträge im Nicht-Fluggeschäft fielen im gleichen Zeitraum 34,0 Prozent tiefer aus und beliefen sich auf 180,0 Millionen Franken. Bei den Kommerzerträgen konnte während der Zeit des rund zweimonatigen behördlich verfügten Lockdown keine Miete verrechnet werden. Während auch die Parkingerträge und die Erträge aus dem internationalen Geschäft unter der Krise litten, konnten die Erträge aus der Liegenschaftsbewirtschaftung ein Plus von 10,4 Prozent auf 69,1 Millionen Franken verzeichnen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den Ende 2019 abgewickelten Kauf von insgesamt 36 Gebäuden und Grundstücken der Priora Suisse AG zurückzuführen, aber auch erste Mieteinnahmen vom Circle tragen zur positiven Entwicklung bei. Gerade in der Krise zeigt sich, dass sich die zunehmende Bedeutung des Immobiliengeschäfts stabilisierend auf die Gesamterträge auswirkt.

Die Betriebskosten nahmen im Vorjahresvergleich um 27,7 Prozent auf 205,5 Millionen Franken ab, wobei die letztjährige Kostenbasis insbesondere durch den Ausbau der Infrastruktur in Florianópolis mit 45,1 Millionen belastet wurde.