Letzte Aktualisierung: um 18:35 Uhr

Ohne Erholung im Sommer

Flughafen Wien warnt vor einem «Fiasko»

Der Flughafen Wien fordert nach dem ersten Verlustjahr der Geschichte einheitliche Reisebestimmungen und Teststrategien. Andernfalls drohe der Tourismusbranche eine Kündigungswelle.

Mit
Thomas Ramgraber/aeroTELEGRAPH

Flughafen Wien: Im Sommer soll die Sonne wieder aufgehen.

Die Hoffnung lebt, dass es im Sommer wieder einen «nennenswerten Flugverkehr» gibt, sagt Günther Ofner, Vorstand des Flughafens Wien. Denn die Nachfrage nach Reisen sei groß, ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher will laut einer Studie der Fachhochschule Krems zwischen Juli und August mit dem Flugzeug ins Ausland reisen. Voraussetzung dafür seien aber europaweit einheitliche Reisebestimmungen und ein digitaler Impf- und Testnachweis.

Ofner bezeichnet es «als schmerzhaft und ärgerlich», dass es noch immer keine einheitlichen Standards in Europa gebe. Die EU habe aber erkannt, dass es für die Tourismusbranche eine Lösung brauche. Die Ankündigung, bis Mitte März einen Gesetzesentwurf für einen digitalen Grünen Pass vorzulegen, begrüßt der Wiener Flughafen-Ko-Chef. Weder er noch Vorstandskollege Julian Jäger rechnen allerdings damit, dass bis zum Sommer da alles im Detail geregelt sein wird, auch weil viele Länder die Regelungen differenziert anwenden könnten. Sie verlangen aber Mindeststandards für die Reisefreiheit, auch weil diese Voraussetzung für Abkommen mit Drittstaaten wie den USA seien.

«Koalition der Willigen»

Sollte es da keine befriedigende Lösung geben und der Aufschwung im Sommer versanden, drohe der gesamten Tourismusbranche ein «Fiasko», warnt Ofner, dann sterbe auch die Hoffnung und würden «Beschäftigte großflächig gekündigt werden». 400.000 Menschen seien in Österreich in der Tourismusbranche tätig, ähnlich hohe Anteile gebe es auch in anderen Ländern Europas.

Ofner beschwört daher eine «Koalition der Willigen», also eine Initiative von Tourismusnationen wie Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und eben Österreich. Diese sollten die Notwendigkeit einheitlicher Reisebestimmungen und eines digitalen Grünen Passes mit Nachdruck vertreten. Für 2021 rechnet der Vorstand des Flughafens Wien mit einem Ergebnis ganz leicht im Plus. Ohne Rückschläge sollte das Passagieraufkommen 2021 bei 40 Prozent verglichen mit 2019 sein, 2022 bei 70 Prozent und 2023 bei 80 Prozent des Vorkrisenniveaus.



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