Flughafen Friedrichshafen: Braucht Geld.

Bis 2025Flughafen Friedrichshafen braucht fast 30 Millionen Euro

Die Corona-Krise trifft den Bodensee-Airport hart. Dennoch will er weitermachen, braucht aber in den kommenden Jahren viel Geld.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

«Welcome back Lufthansa!», schrieb der Bodensee-Airport Friedrichshafen am 21. August. «Ab 3. September geht es wieder mehrmals wöchentlich von Friedrichshafen nach Frankfurt und von dort aus zu immer mehr Zielen in Deutschland und Europa.»

Die Freude wehrte allerdings nicht lang. Die Buchungslage blieb schwach. Und so kündigte Lufthansa nur gut eine Woche nach dem Neustart an, die Flüge zum 1. Oktober vorerst wieder einzustellen. Wirtschaftlich sei es derzeit nicht vertretbar, an der Strecke festzuhalten, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft gegenüber der Zeitung Südkurier.

Fast 30 Millionen Euro benötigt

Nun zeigt sich auch, wie schlecht um den Flughafen bestellt ist. Ein Gutachten der Beratungsfirma Roland Berger, das Aufsichtsrat und Gesellschafter in Auftrag geben haben, errechnet einen Finanzbedarf von jährlich 5,9 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Es werde «ein hoher Finanzbedarf von nach aktuellem Stand 29,5 Millionen Euro bis einschließlich 2025 benötigt», teilte der Airport am Dienstag (22. September) mit. Dies ergebe sich «vor allem aufgrund der umfangreichen Investitionen in den nächsten vier Jahren und der geringen Betriebsergebnisse in 2020 und 2021 als Folge der Pandemie».

Die Finanzierung stemmen sollen die Gesellschafter und der Flughafen selbst. «Private Beteiligungs- und Fremdfinanzierungen sind ebenfalls Teil», heißt es weiter. «Einen größeren Teil wird eine vorübergehende Umstrukturierungshilfe ausmachen.» Die beiden größten Gesellschafter des Airports sind die Stadt Friedrichshafen und der Landkreis Bodenseekreis mit jeweils 39,38 Prozent der Anteile.

Flughafen sieht sich bestätigt

Daher muss nun die Politik entscheiden. «Das Ergebnis der Untersuchungen wird in den kommenden Wochen in den politischen Gremien reflektiert und zur Entscheidung gebracht», sagt Flughafen-Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr. Er freue sich, dass Roland Berger «eine Fortführung des Betriebes empfiehlt».

Das Gutachten kommt laut dem Airport zu dem Schluss, dass man nach der Krise weiterhin mit rund einer halben Million Passagieren jährlich rechnen könne. Zudem brauche die Region den Flughafen, besonders die Wirtschafts- und Industrieunternehmen. Der Airport sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: «Der jährliche Wert der Bruttowertschöpfung beträgt 56 Millionen Euro», hießt es. «Überregional liegt sie sogar bei 86 Millionen Euro.»

Mehr Erlöse, weniger Kosten

Das Gutachten empfiehlt dem Flughafen derweil, den «bestehenden Verkehrsmix von Geschäftsreiseverkehr, Touristik und VFR (Visiting Friends and Relatives)» auszubauen. Die nicht aus dem Flugbetrieb stammenden Erlöse steigen und die Kosten gesenkt werden, um das Ergebnis zu verbessern.

Mehr zum Thema

Flughafen Friedrichshafen mit höherem Jahresverlust

Flughafen Friedrichshafen mit höherem Jahresverlust

Die Fluglinie setzt auf Nischenstrecken, die von Businesskunden gebucht werden.

Sun-Air stoppt Flüge von Friedrichshafen nach Hamburg

Deutliches Passagierminus am Flughafen Friedrichshafen

Deutliches Passagierminus am Flughafen Friedrichshafen

Boeing 777-9 von Lufthansa (Rendering): Die große Version der Passagiervariante der 777X.

Lufthansa plant den Sommer 2027 lieber ohne die Boeing 777X

Video

airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier