Flughafen Skopje: Deutlich gewachsen.

NordmazedonienFlughäfen Skopje und Ohrid sollen zu regionalen Knotenpunkten werden

Die Betreiberin TAV Macedonia hat Skopje und Ohrid in eine neue Ära geführt, mit mehr Passagieren und moderner Infrastruktur. Langfristig sollen beide nordmazedonischen Flughäfen zu wichtigen regionalen Knotenpunkten werden. Geschäftsführer Nejat Kurt spricht über Erfolge, Ziele und Schwierigkeiten.

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Seit 15 Jahren betreibt TAV Macedonia die Flughäfen Skopje und Ohrid. Sie hat in dieser Zeit beide Standorte grundlegend verändert. «Wir haben seitdem über 300 Millionen Euro für Investitionsprojekte bereitgestellt», sagt Geschäftsführer Nejat Kurt im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. Dazu zählen ein neues Terminal und eine erneuerte Start- und Landebahn in Skopje, das VIP-Terminal in Ohrid sowie moderne Gepäck- und IT-Systeme. Das Resultat: fünf Mal so viele Passagiere in Skopje und Ohrid wie noch im Jahr 2009.

Kurt betont, dass TAV Macedonia - eine Tochter der türkischen TAV Airports Holding - nicht nur Geld investiert, sondern auch Know-how aufgebaut habe. «Wir haben einen großen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Fachkenntnisse der lokalen Flughafenmitarbeiter gelegt», sagt er. Besonders stolz zeigt er sich auf das Team: «Ich bin dankbar und glücklich, dass engagierte und fleißige Menschen an beiden Flughäfen arbeiten.»

Aktuelle Nachfrage gibt Rückenwind

Bis zum Ende der Konzession 2032 werde man die Entwicklung fortsetzen – und denke bereits darüber hinaus. «Wir meinen es sehr ernst mit der Fortsetzung unserer Arbeit», sagt Kurt. TAV habe einen Masterplan vorgelegt, der Skopje und Ohrid «zu regionalen Luftverkehrsknotenpunkten» machen soll.

Nejat Kurt: «Ryanair verhandelte mit der Regierung über staatliche Subventionen. Beide Seiten konnten sich nicht einigen.»

Die aktuelle Nachfrage gibt ihm Rückenwind. «Alleine im September wurden 329.523 Passagiere abgefertigt», so Kurt. Von Januar bis September zählten beide Flughäfen zusammen 2,6 Millionen Reisende – ein Plus von sechs Prozent. «Diese Ergebnisse sind kein Zufall, sondern das Ergebnis sorgfältiger Planung».

Warum Ryanair nicht ab Skopje fliegt

Warum die größte europäische Billigairline bis heute nicht in Skopje fliegt, erklärt Kurt nüchtern: «Ryanair verhandelte mit der Regierung über staatliche Subventionen. Beide Seiten konnten sich nicht einigen.» Stattdessen dominiert Wizz Air dort mit einem Anteil von 51,7 Prozent. Ein Risiko sieht Kurt darin nicht: «Der Markt ist stabil, wettbewerbsfähig und verzeichnet ein stetiges Wachstum», sagt der Geschäftsführer.

Wichtig für das Land bleibt der deutschsprachige Markt. «Die Verbindungen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz gehören zu den wichtigsten europäischen Verbindungen», betont Kurt. Fluggesellschaften wie Turkish Airlines, Austrian, Lufthansa und Lot würden das Fehlen einer nationale Fluggesellschaft ausgleichen.

Flughafen Ohrid in schwierigere Lage als Skopje

Schwieriger gestaltet sich die Lage in Ohrid. Der Flughafen ist stark vom Tourismus abhängig – und dieser von geopolitischen Entwicklungen. «Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine und der Krieg zwischen Israel und Palästina trugen zu Veränderungen in den globalen Streckennetzplänen bei», erklärt Kurt. Zudem habe die Hotellerie am Ohrid-See ihr Angebot verändert, weshalb einige Reiseveranstalter Charterflüge gestrichen hätten.

TAV wirbt dennoch aktiv für den Standort. «Wir vermarkten den Flughafen Ohrid als lohnenswertes Reiseziel auf allen Luftfahrtmessen», sagt er. Die Entwicklung des Tourismus hänge jedoch von vielen Partnern ab: «TAV ist Teil des Systems, aber die Hauptverantwortung liegt bei den Institutionen und Tourismusunternehmen.»

Hoffnung auf ähnliches Wachstum wie in Albanien

Und wie sieht Kurt die Chancen, dass Nordmazedonien ähnlich dynamisch wächst wie Albanien? «Eine ähnliche Entwicklung ist durchaus möglich», sagt er. Voraussetzung seien langfristige Planung und attraktive Bedingungen für Airlines. Mit guter Koordination könne Mazedonien «in wenigen Jahren ein ähnliches Wachstum erreichen», so seine Prognose.

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