Nicht jeder Passagier hat sein Gepäck bei der Ankunft wieder beisammen.

Wenn der Koffer woanders hinreist

2010 gingen den Airlines deutlich mehr Gepäckstücke von Passagieren verloren als noch im Jahr davor. Aber Besserung ist in Sicht.

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Da packt man stundenlang seinen Koffer, wartet am Check In, muss im Zweifel noch drauf zahlen - und dann wartet man stundenlang am Gepäckband, aber keine Spur von der eigenen Tasche. Die hat es dann wohl woanders hin verschlagen. So ein Erlebnis kann so manch einem den Urlaub ganz schön vermiesen. Und leider passiert das auch gar nicht so selten: Wie Daten des auf Luftfahrtdaten spezialisierten Kommunikationsunternehmens Sita zeigen, gingen im Jahr 2010 rund 29 Millionen Gepäckstücke weltweit verloren. Pro tausend Passagiere bedeutet das einen Schwund von 12,6 Koffern.

2009 waren es noch etwa 10 Koffer pro Passagier. Der Anstieg 2010 ist der erste seit drei Jahren. Doch dafür gibt es, so Sita, auch Gründe: Die Vulkanaschewolke und der harte Winter haben große Herausforderungen für den Luftverkehr bedeutet - auch logistisch. Dadurch kam es, dass mehr Gepäckstücke nicht den Weg ans gewünschte Ziel fanden.

Non-Stop ist man auf der sicheren Seite

In 14 Prozent der Fälle verließ der Koffer noch nicht einmal den Startflughafen. Aber das ist schon ein außerordentliches Pech. In der Regel sind Reisende, die einen Non-Stop-Flug gebucht haben, auf der sicheren Seite. 51 Prozent der verlorenen Koffer kamen beim Transfer in ein anderes Flugzeug abhanden.

Rund zwei Milliarden Euro kosten die verschlampten Gepäckstücke die Luftfahrtbranche jährlich. Ein großer Teil davon fällt auch auf die Airlines zurück, die ihre Passagiere in vielen Fällen entschädigen. Um den Anspruch auf Entschädigung zu erhalten, ist es wichtig, dass die Passagiere sich so schnell wie möglich an den Lost-and-Found-Schalter der Fluggesellschaft am Ankunftsflughafen wenden.

Gelingt es der Airline nicht schnell, den Koffer wieder zu beschaffen, muss sie für die nötigsten Einkäufe des Reisenden am Ankunftsort aufkommen. Bleibt der Koffer verschollen, so haften die Fluggesellschaften mit rund 1300 Euro. Wer wertvolleres Gepäck mit sich führt, sollte also über eine Versicherung nachdenken.

Montrealer Abkommen

Aber Achtung: Nicht überall genießen Passagiere diese Rechte. Geregelt ist das alles im Montrealer Abkommen. Nur in den Unterzeichnerstaaten gelten also die Bedingungen. Das sind unter anderem die EU-Staaten, die USA, Japan, Australien und auch die Schweiz.

Sita ist optimistisch, dass die Zahl der verloren gegangenen Gepäckstücke sich in den nächsten Jahren wieder reduziert. Einen großen Anteil daran dürfte laut dem Unternehmen der Smartphone-Boom haben. Schon bald könnten Fluggesellschaften lauf Sita ihren Passagieren Gepäck-Belege auf ihr Handy schicken, mit denen man die Koffer viel einfacher nachverfolgen könne.

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