Ein bisschen Spaß muss sein: Auch spontane Tänzchen oder Kissenschlachten wünschen sich die Vielflieger.

Fluggesellschaft der Träume

Die perfekte Airline: Eine Gruppe von 161 Vielfliegern aus der ganzen Welt hat sich diesen Traum für ein paar Tage erfüllt.

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Champagner, Bier, Wein – das alles umsonst. Sandwiches auf kurzen Flügen, gutes Essen auf langen. Und die Möglichkeit, für einen kleinen Aufpreis in einer Dreierreihe den Sitz in der Mitte frei zu halten. Und hin und wieder eine Kissenschlacht. Das sind die Dinge, die sich Vielflieger offenbar wünschen, könnten sie ihre eigene Fluggesellschaft ins Leben rufen. Für ein paar Tage haben das Meilensammler und Vielflieger der Star Alliance einfach mal getan.

Bei dem jährlichen Event Mega Do kommen die 161 Flugfans zusammen und spielen Manager. 130'000 Dollar haben sie in diesem Jahr dafür insgesamt ausgegeben. Für das Geld haben sie eine Boeing 737 mit Crew, Treibstoff und allem Drum und Dran gemietet, sind nach Chicago, Montreal und Denver geflogen und haben sich mit Managern von Produzenten, Airlines und Flughäfen getroffen. Organisiert hat das Ganze das Online-Meilenportal Milepoint.com. Das Ziel der Mitmachenden ist, den Fluggesellschaften zu zeigen, was sich die Reisenden wirklich wünschen. Die Ergebnisse sind zum Teil nahe liegend, zum Teil erstaunlich und neu und zum Teil recht lustig.

Viel Platz die Nummer eins der Wunschliste

Ganz oben auf der Wunschliste stand Platz. Viel Platz. Für die Beine, für die Taschen, auch freie Sitze wünschen sich die Mega-Do-Teilnehmer. Dafür schlagen sie unter anderem vor, dass man für einen fairen Preis in die erste Klasse wechseln kann – oder zumindest den mittleren Sitz in der Dreierreihe freikaufen kann. Tommy Class nennen die Meilen-Junkies das. Benannt ist sie nach einem der Teilnehmer und dem Erfinder Tommy Danielsen aus Norwegen. Zehn Reihen der neuen Klasse gab es auf dem Spezialflug – sie waren die ersten Plätze, die ausverkauft waren. Für einen etwa 50 Prozent höheren Preis als in der Economy Class haben die Reisenden dafür den Mittelsitz frei, bekommen alkoholische Getränke umsonst, besseres Essen und mehr Meilen. Das zeige, so die Vielflieger, dass Raum zur Seite hin beim Fliegen mindestens so wichtig sei wie der für die Beine.

Eigentlich ist die Tommy Class damit eine Kopie der Business Class, wie man sie von Kurz- und Mittelstreckenflügen in Europa schon kennt. Hier verkaufen die Airlines die Business-Class-Plätze mit einem freien Platz daneben und besserem Essen und Trinken. Gekennzeichnet ist das Upgrade durch Zeichen an den Kopfstützen und einen Vorhang, der die Klasse vom Rest der Kabine trennt. Vielflieger wollen diese Option nun auch auf Langstreckenflügen haben.

First-Class-Sitze werden versteigert

Auch für frei gebliebene Plätze in der ersten Klasse erfanden die Vielflieger eine innovative Lösung. Die begehrten First-Class-Sitze versteigerten sie an den Höchstbietenden. Abgesehen vom Spass, den die Mega-Do-Teilnehmer auf ihrem Ausflug hatten, haben sie auch Einfluss auf die Entwicklung der Strategien der Airlines. Die nehmen den jährlichen Trip ziemlich ernst. So ernst, dass sie selbst Vertreter mit auf den Flug schickten. United Airlines schickte den Kundenbeauftragten auf den Ausflug und man munkelt, dass auch andere Fluggesellschaften Undercover-Manager mitschickten.

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