Franziskus: Fliegt er weiterhin mit Alitalia - oder am Ende quasi mit Ryanair?

Langstrecke im VisierFliegt der Papst bald mit Ryanair?

Ryanair möchte 90 Flugzeuge von Alitalia übernehmen - auch die Langstreckenjets. Doch es gibt mehrere Konkurrenten für eine Übernahme.

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Ryanair will doch nicht für Air Berlin oder Teile der insolventen Fluggesellschaft bieten. «Wir werden uns in diesen Prozess nicht einmischen. Es ist ein abgekartetes Spiel», sagte Chef Michael O'Leary am Mittwoch (30. August) in Berlin. Schon zuvor hatte der irische Billigflieger hinter der Air-Berlin-Rettung ein Komplott vermutet. Dafür hat O'Leary definitiv eine andere insolvente Etihad-Beteiligung im Visier: Alitalia.

Ende Juni hatte der Ryanair-Lenker schon Interesse an der italienischen Fluggesellschaft geäußert und betont, er wolle eine Mehrheit. Nun hat O'Leary am Donnerstag (31. August) mitgeteilt, dass eine komplette Übernahme wohl an den Wettbewerbsbehörden scheitern würde und seine Airline daher ein Angebot für 90 Flugzeuge von Alitalia vorlegen werde.

Langstrecke besonders attraktiv

Man sei gewillt, Lang- und Kurzstreckenflieger zu kaufen, aber besonders attraktiv sei die Langstreckenflotte. Sie könne stark wachsen, so O'Leary. Dass die meisten Flugzeuge von Alitalia geleast sind, macht die Sache laut dem Ryanair-Chef zwar komplizierter, stellt aber kein Hindernis dar. Allerdings verlangte er, dass der Alitalia-Sonderverwalter die Leasingabkommen neu aushandle. Kein Interesse hat Ryanair an den kleinsten Maschinen in der Flotte.

O'Leary sprach von einer «sehr guten Marke», die im Falle einer Übernahme den Namen Alitalia behalten solle. Auch Personal und Routen der Flugzeuge will Ryanair übernehmen. Interessant: Während die Billigairline bisher ausschließlich mit Boeing fliegt, besteht die Flotte der Italiener zum größten Teil aus Flugzeugen von Airbus. Daher dürften die Techniker und Piloten von Alitalia für Ryanair besonders wertvoll sein.

Alitalia bemüht sich um den Papst

Sollten sich die Iren im Bieterrennen durchsetzen, könnte womöglich auch der Papst bald mit Ryanair fliegen. Denn wie Radio Vatikan meldet, möchte Alitalia auch nach einem möglichen Verkauf weiterhin den Heiligen Vater bei seinen Auslandsreisen unterstützen. Für Papst Franziskus‘ Reise nach Asien im November gibt es aber noch keine Anfrage bei Alitalia. Außerdem ist bekannt, dass der Vatikan Alternativen zu seiner Stammfluglinie prüft.

Ryanair hat allerdings Konkurrenz bei Alitalia. So berichtet die italienische Zeitung Il Messaggero, bei den Sonderverwaltern von Alitalia seien neun Angebote eingegangen. Demnach soll es drei Interessenten für die Abfertigungssparte geben und sechs für das Flugsegment. Genannte werden die Namen Lufthansa, Ryanair, Easyjet sowie die US-Fonds Cerberus Capital und Greybull Capital als Interessenten für die Luftfahrtsparte. Delta Air Lines, British Airways und Etihad sollen sich angeblich zurückgezogen haben.

Regierung zieht Komplettübernahme vor

Die Interessenten haben bis zum 2. Oktober Zeit, verbindliche Angebote vorzulegen. Italiens Tourismusminister Dario Franceschini betonte am Donnerstag erneut, dass die Regierung eine Komplettübernahme favorisiert.

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