The virus that causes Covid-19: More deaths than Sars.

Schwierige ZeitenFliegen im Schatten des Virus

ACA-Präsidentin Isabel Doppelreiter im aktuellen Interview.

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Wie gehen die Pilotinnen und Piloten mit der derzeit katastrophalen und unübersichtlichen Lage der Fluglinien um? aeroTELEGRAPH hat dazu mit Isabel Doppelreiter gesprochen. Sie
 ist Captain auf einer Dash 8-400 bei der Austrian Airlines und seit 2016 Präsidentin der Austrian Cockpit Assosiation. Die 35-jährige fliegt seit 2008 für die AUA und ist zusätzlich Trainerin für Flugsicherheit und im Team der "IFALPA Accredited Accident Investigators" tätig.

Frau Doppelreiter, sind die PilotInnen beunruhigt wegen der Situation - vom Virus bis um den Arbeitsplatz?

Wir sind ganz klar eine Gruppe von Menschen, die mit Gefahren und Krisensituationen sehr bedacht und rational umgeht. Und wir gehen verantwortungsvoll mit unserer eigenen Gesundheit um. Direkten Kundenkontakt haben wir im Normalfall keinen und auch Begegnungen mit Tankern, Mitarbeitern auf der Rampe und anderem Flughafen-Personal sind schon im normalen Alltag zeitlich sehr beschränkt. Vermehrtes Händewaschen und das Desinfizieren der Arbeitsflächen wird jetzt intensiver als üblich gehandhabt. Die geltenden Hygieneregeln werden selbstverständlich befolgt. Auch bezüglich der Sorge um den Arbeitsplatz sind wir es gewöhnt, sehr rational damit umzugehen.

Gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen für jene, die noch fliegen?

Reinigungsstandards werden weiter ausbaut. Dabei werden jene Teile, die verstärktem Passagierkontakt ausgesetzt sind, speziell berücksichtigt, beispielsweise Overhead Bins, Griffe, Gurte, etc. Jeder Flug ist mit einem sogenannten Infection Kit ausgerüstet, welches den Schutz der gesamten Crew gewährleisten soll. Dazu zählen Masken für alle Passagiere, und Formulare, die jeder Passagier im Falle eines Verdachts ausfüllen muss (Herkunft, zuletzt bereiste Gebiete etc.). Ebenso setzt das Öffnen eines solchen Kits viele weitere operationelle Schritte in Gang, so ist auch der Ankunftsflughafen von einem Verdachtsfall an Bord informiert und kann entsprechend handeln.

Können die Besatzungen eigentlich fliegen oder müssen sie? Anders gefragt: Kann ein Crew-Mitglied sagen, es ist einem zu gefährlich, auch angesteckt zu werden?

Da Austrian Airlines zum momentanen Zeitpunkt in keine Gebiete mit Reisewarnung über Stufe 4 fliegen, werden alle OS Flüge normal besetzt. Natürlich haben Austrian Crews immer die Möglichkeit, sich auf eine Klausel in einer Betriebsvereinbarung zu beziehen, die es einem Crew-Mitglied erlaubt, auf Grund von Angst einen Flug nicht anzutreten. Dass es bei Austrian damit zur Zeit kein Problem gibt, zeigt die Besetzung des Dreieck-Fluges Wien-Rom-Venedig-Wien, bei dem betroffene Österreicherinnen und Österreicher zurückgeholt wurden. Auf Grund des großen Zusammenhalts und der Solidarität der Austrian Crews gab es keinerlei Probleme, hier Freiwillige zu finden.

Was verlangt bzw. bietet denn Austrian in Sachen Corona-Sicherheit?

Austrian bittet die Mitarbeiter, von privaten Reisen in bestimmte Gebiete abzusehen. Ebenso bittet OS darum, sich im Verdachtsfall einer Ansteckung bei den jeweiligen Vorgesetzten zu melden, daraufhin werden alle Mitarbeiter, die im nahen Kontakt mit der Person waren, ebenso informiert (Namen werden keine genannt) und die Betroffenen werden zwei Wochen bei voller Bezahlung freigestellt. Im engen Austausch mit den Führungskräften werden zum Beispiel auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem Risikogebiet wohnen, individuelle Lösungen gefunden. Trainings werden entweder gestrichen, oder die Anzahl der Teilnehmer halbiert, um so die Ansteckungsgefahr zu minimieren und "Social Distancing" zu gewährleisten. Die Entwicklungen rund um das Virus sind sehr dynamisch, Austrian informiert in täglichen Updates sehr klar und transparent alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Auch der Antrag auf Kurzarbeit wurde schon vor zwei Wochen eingereicht und soll mit 1. April umgesetzt werden.

Ist die Frage der Kinderbetreuung eigentlich ein Thema durch die schulfreie Zeit?

Aktuell gibt es noch keinen offiziellen Prozess für Eltern im Umgang mit den angekündigten Schulschließungen. Austrian erarbeitet gerade eine interne Vorgehensweise, die gelten soll, bis es eine offizielle Regelung gibt. Sobald diese definiert ist, wird das Unternehmen alle informieren.

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