Flieger von American Airlines: Galgenfrist bis Dezember.

American droht Rekordstrafe

Wegen Verletzung von Sicherheitsstandards muss die Fluggesellschaft möglicherweise eine Millionenstrafe zahlen.

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Luftfahrt

Eigentlich ging es für American Airlines gerade wieder aufwärts. Nachdem die Airline im November 2011 in die Insolvenz nach Chapter 11 flüchtete, erwirtschaftete sie im zweiten Quartal dieses Jahres endlich wieder Gewinn. Das Chapter 11 im Insolvenzrecht der Vereinigten Staaten erlaubt es der drittgrößten amerikanischen Airline, weiter zu arbeiten, sich aber nicht um die Forderungen der Gläubiger kümmern zu müssen. Doch schon bald könnten die nächsten finanziellen Belastungen ins Haus stehen. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat die Insolvenzrichter von American informiert, dass sie von der Fluggesellschaft hohe Strafen für Verletzungen von Sicherheitsstandards verlangen will.

Man informiere frühzeitig, damit die Interessen der amerikanischen Steuerzahler nicht gefährdet würden, so die FAA. Denn wenn sie mit sämtlichen ihrer Strafen durchkommt, könnte es für American Airlines ziemlich eng werden. Wie der Nachrichtensender NBC News aus Gerichtsdokumenten zitiert, summieren sich die Strafen auf einen Rekordbetrag von 162 Millionen Dollar. Die ergeben sich aus verschiedenen Vorwürfen gegenüber sowohl American Airlines als auch der Tochtergesellschaft American Eagle. Man könne nicht über keine Details sprechen, da die Ermittlungen zum Teil noch in Gang seien.

Auch mit anderen Fliegern Probleme

Aber so viel ist klar: Was die FAA dem Konzern vorwirft, ist ziemlich ernst. Wie NBC weiter berichtet, hatte die Luftfahrtbehörde ernsthafte Bedenken, was die Sicherheit bei der Airline angeht. Einige der Probleme hätten seit 2007 existiert und American habe bewusst die Sicherheit der Passagiere gefährdet, wie aus Ermittlungsunterlagen hervorgeht. Unter anderem soll die Fluggesellschaft über 15'000 Flüge mit Passagieren durchgeführt haben, ohne nötige Reparaturen an den Verkabelungen ihrer Boeing B757 vorzunehmen. Eine anderer Ermittlungsstrang nimmt Probleme mit den Fahrwerken der B777 der Fluggesellschaft unter die Lupe. Auch mit einigen B767 soll sie mehr als 2000 mal geflogen sein, ohne nötige Reparaturen an den Tragflächen und den Halterungen für die Triebwerke vorzunehmen.

Bei American weist man die Sicherheitsbedenken von sich: «Zu keinem Zeitpunkt haben wir einen Flieger in Betrieb gehabt, der nicht flugtauglich war», heißt es in einem Communiqué. Doch gleichzeitig gibt die Airline zu, dass sie von 2006 bis 2008 einige ihrer DC-9-Jets in Betrieb behielt, obwohl sie bei Reparaturen das falsche Material verwendet hatte.

Chance auf Reduktion

Das alles kommt für American zu einem ziemlich ungünstigen Zeitpunkt. Erst im vergangenen Monat hatte das Gericht der Airline eine längere Frist bis zum 28. Dezember gegeben, um einen Sanierungsplan zu präsentieren. Eigentlich hatte American nur bis September Zeit. Der Wunsch der amerikanischen Traditionsairline bleibt es, als eigenständige Fluggesellschaft aus der Insolvenz herauszugehen. «Dieses Unternehmen wird sehr erfolgreich sein», sagte American-Chef Tom Horton gegenüber der Zeitung USA Today. Das sehe man auch an den Zahlen. Sollte die FAA ihre Forderungen tatsächlich durchsetzen, würden die allerdings weit weniger gut aussehen. Zumindest auf eine tiefere Strafe kann American aber hoffen. In der Regel verhandeln die Airlines mit der FAA über die zunächst vorgeschlagenen Strafen und einigen sich schließlich auf geringere Beträge.

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