Flugzeug von Air Berlin: Offenbar ist der Geschäftsbetrieb in Gefahr.

Angeschlagene AirlineDie Reaktionen auf die Air-Berlin-Insolvenz

Air Berlin ist insolvent. Was Lufthansa, Etihad und Gewerkschaften dazu sagen und wie die Reaktionen bei Twitter ausfallen.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Air Berlin hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das sind die Reaktionen:

Lufthansa: Die größte deutsche Airline biete Air Berlin Hilfe an. Man unterstütze gemeinsam mit der Bundesregierung die Restrukturierungsbemühungen von Air Berlin, teilt die Lufthansa mit. «Damit wird unter anderem gewährleistet, dass die von Air Berlin geleasten Flugzeuge, die aktuell für Eurowings und Austrian Airlines fliegen, wie bisher weiterbetrieben werden können», schreibt die Fluggesellschaft. «Lufthansa befindet sich mit Air Berlin bereits in Verhandlungen über den Erwerb von Teilen der Air Berlin Gruppe und bietet damit auch die Möglichkeit zur Einstellung von Personal. Lufthansa beabsichtigt, diese Verhandlungen zu einem schnellen und positiven Ergebnis zu führen.»

Etihad: Der Air-Berlin-Hauptinvestor gibt sich enttäuscht. «Wir wurden darüber in Kenntnis gesetzt, dass Air Berlin einen Antrag auf Insolvenzverwaltung gestellt hat», teilt die Golfairline mit. «Diese Entwicklung ist sehr enttäuschend für alle Parteien, insbesondere da Etihad Air Berlin in den vergangenen sechs Jahren umfassende Unterstützung bei vorangegangenen Liquiditätsherausforderungen und Restrukturierungsbemühungen gewährt hat.» Im April habe man Air Berlin 250 Millionen Euro zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt und bei der Überprüfung strategischer Geschäftsoptionen unterstützt. «Allerdings hat sich das Geschäft Air Berlins rapide verschlechtert, was dazu führte, dass entscheidene Herausforderungen nicht bewältigt und alternative strategische Optionen nicht umgesetzt werden konnten», so Etihad. «Unter diesen Gegebenheiten kann Etihad als Minderheitsgesellschafter keine weitere Finanzierung leisten, welche unsere Verbindlichkeiten erhöhen.» Man sei weiterhin bereit, zu unterstützen, um «eine kommerziell gangbare Lösung für alle Beteiligten zu finden». Allerdings stellt die Airline aus Abu Dhabi klar: «Wir erwarten, dass Air Berlin während des Insolvenzverfahrens den Betrieb aufrechterhält.» Etihad unterhalte eine Geschäftsbeziehung zu Air Berlin, die auch Codesharevereinbarungen umfasse, und werde das Management weiter unterstützen.

Flughafen Düsseldorf: Man stehe mit Air Berlin in engem Kontakt und begrüße die Unterstützung der Bundesregierung sowie der Lufthansa, die die Sanierung der Air Berlin ermöglichen, erklärte Geschäftsführer Thomas Schnalke. «Gemeinsam mit der Air Berlin konzentrieren wir uns weiterhin darauf, das Fluggeschäft an unserem Standort auch in Zukunft erfolgreich zu gestalten.» Grundsätzlich sei Air Berlin ein langjähriger und wichtiger Partner des Düsseldorfer Airports, der sich auch in dieser Situation ungeachtet der derzeitigen Diskussionen sehr erfolgreich am Standort entwickelt. Die Airline fliegt etwa 30 Prozent des Geschäfts in Düsseldorf. Schnalke: «Zurzeit erleben wir eine schnelle und grundlegende Veränderung in der Airline-Welt. Was sich allerdings nicht verändert, ist die Stärke unserer Region, aus der ein stets wachsendes Bedürfnis nach internationaler Vernetzung entsteht. Dem entsprechen wir durch starke Partnerschaften mit unseren Airlines.»

Flughafen Berlin Brandenburg: Der Flughafenbetreiber versucht, die positiven Seiten zu sehen: «Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH begrüßt, dass Air Berlin den Flugbetrieb trotz des Insolvenzantrags vom heutigen Tage vollumfänglich aufrechterhalten wird», teilt die Flughafengesellschaft mit. Wichtig sei, dass die bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich fortgeführt würden. «Dabei ist von großem Vorteil, dass die Gespräche mit Lufthansa und einem weiteren Partner offenbar schon weit fortgeschritten sind und die Bundesregierung die Finanzierung bis auf weiteres sicherstellt.»

Vereinigung Cockpit: Die Vereinigung Cockpit (VC) nennt die Air-Berlin-Insolvenz einen Schock und begrüßt den Brückenkredit der Bundesregierung. «Natürlich steht die VC der Geschäftsführung jederzeit zu Gesprächen über die Zukunft der Arbeitsplätze zur Verfügung», sagt VC-Präsident Ilja Schulz. Es seien alle Voraussetzungen gegeben, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Die Pilotenvereinigung sieht die Hauptursache in falschen strategischen Weichenstellungen in der Vergangenheit. «Da kann man schon mal die Frage stellen, wer davon profitiert hat, wenn zum Beispiel Leasinggeber an überteuerten Verträgen mit Air Berlin viel Geld verdienen, während das Unternehmen riesige Verluste angehäuft hat», so Schulz. Die Pilotenvereinigung wirft außerdem Hauptinvestor Etihad vor, keinen geregelten Übergang zu neuen Investoren zuzulassen, obwohl es Interessenten gebe. «Hier zeigen die Investoren vom Golf ihr wahres Gesicht», sagt der VC-Präsident. «Es ist ein Skandal, dass sich Etihad nun jeder Verantwortung entzieht und die Air Berlin-Mitarbeiter im Regen stehen lässt.»

Verdi: Die Gewerkschaft fordert Transparenz. «Das ist ein harter Schlag für die Beschäftigten von Air Berlin. Unsere Priorität liegt jetzt auf der Sicherung der Arbeitsplätze», sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. «Air Berlin muss umfassend für Transparenz sorgen und alle notwendigen Informationen vorlegen.» Man erwarte von Air Berlin, dass vorrangig die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt würden und das Unternehmen mit Hochdruck daran arbeitet, tragfähige Konzepte zu entwickeln, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.

Mehr zum Thema

Flieger on Silver Airways: Hebt nicht mehr ab.

Silver Airways stellt alle Flüge ein

Der Flughafen Hahn: Der Airport ist für eine unbekannte Summe an die Triwo AG verkauft worden.

Regionalflugplatzbetreiber kauft Flughafen Hahn

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der außerordentlichen Hauptversammlung im Juni 2020: Ein Wendepunkt.

Carsten Spohrs dunkelste Stunde in der Corona-Krise

Oktober 2017: Vor vier Jahren stellte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft den Betrieb ein.

Wie viel wissen Sie noch über Air Berlin?

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack