Der frühere Sitz der Zentralverwaltung der Henschel Flugzeug-Werke mit dem damaligen Direktor Walter Hormel: Ein wenig bekanntes Kapitel.

NS-Vergangenheit«Hunger, Krankheit und Tod» - das dunkle Kapitel von Schönefeld

Viele Angestellte der Berliner Flughafengesellschaft nutzen Gebäude der ehemaligen Henschel Flugzeug-Werke. Dort mitunter von Zwangsarbeitern gebaute Flieger zerstörten einst Städte in ganz Europa.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Eröffnung des neuen deutschen Hauptstadtflughafens BER besiegelte das Ende der beiden vorherigen Berliner Airports Tegel und Schönefeld. Allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Der Flughafen Tegel ist geschlossen, schon teilweise abgerissen und wird ersetzt durch ein Gewerbe-, Wohn- und Naherholungsgebiet.

Der Flughafen Schönefeld ist das dagegen als Terminal im BER aufgegangen. Und so beschäftigt sich die Betreibergesellschaft Flughafen Berlin Brandenburg auch weiterhin mit ihm - und aktuell mit einem düsteren Kapitel dieses Standortes.

Kampfflugzeuge und Gleitbomben

Denn im Betriebsbereich des Terminal 5 hat der Flughafenbetreiber selber seinen Sitz – auf dem einstigen Gelände der Henschel Flugzeug-Werke. «Dieser Teil der Geschichte des Flughafenstandorts Schönefeld ist bisher wenig bekannt», erklärt die Flughafengesellschaft. Daher hat sie jetzt ein Team von Historikerinnen und Historikern mit wissenschaftlichen Recherchen über die NS-Vergangenheit des Ortes beauftragt und möchte die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.

1934 gegründet, entwickelte sich das Tochterunternehmen der Firma Henschel & Sohn aus Kassel während der Zeit des Nationalsozialismus zu einer der bedeutendsten deutschen Rüstungsfabriken für Kampfflugzeuge und Gleitbomben. In Schönefeld wurden Flugzeuge und Waffen entwickelt, getestet und gebaut, die Europa Tod und Vernichtung brachten.

Viele Gebäude werden noch heute genutzt

«Viele Gebäude der Henschel Flugzeug-Werke sind heute noch erhalten und werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Flughafengesellschaft täglich genutzt», sagt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. «Wir sind uns der Bedeutung dieses Standortes für Krieg, Tod und Zerstörung in ganz Europa bewusst.» Die Geschichte des Luftfahrtstandorts Schönefeld während der NS-Diktatur dürfe nicht vergessen werden.

«Sogenannte ‹Fremdarbeiter› aus den besetzten Gebieten, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Frauen und Mädchen aus Konzentrationslagern mussten unter menschenunwürdigen Bedingungen Nachschub für die deutsche Vernichtungsmaschinerie produzieren, die ihre eigene Heimat zerstörte», so Lütke Daldrup weiter. Man wolle sich damit auseinandersetzen, darüber aufklären und zeigen, dass der BER heute für ein friedliches Miteinander, Freiheit, Toleranz und Respekt stehe.

Buch vorgestellt, Ausstellung eröffnet

Am Montag (16. August) stellte die Flughafengesellschaft dazu ein Buch vor namens «Im Dienst des nationalsozialistischen Krieges – Der erste Flugplatz in Schönefeld», verfasst von Historikerinnen und Historikern der TU Berlin und vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung. Zugleich wurde unter demselben Titel eine Ausstellung im Schönefelder Verwaltungsgebäude der Flughafengesellschaft eröffnet.

In der Publikation werden der Aufbau der Henschel Flugzeug-Werke samt Flugplatz, die dortige militärische Forschung und Produktion sowie die Bedeutung des Standortes Schönefeld in der Rüstungslandschaft Berlins und seines Umlandes im Zusammenhang vorgestellt. Neben einer architekturhistorischen Einschätzung der Bauten liegt ein wichtiger Fokus auf der militärischen Forschung und den Produktionsbedingungen in den Henschel Flugzeug-Werken.

Schönefeld als Schreckensort

Die in Schönefeld in Serie gebauten Flugzeuge zerstörten Städte etwa in Spanien, England, Polen sowie in der Sowjetunion und töteten nicht nur Soldaten, sondern auch viele Zivilpersonen. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mussten in den Henschel-Werken unter menschenunwürdigen Bedingungen Nachschub für die deutsche Kriegsmaschinerie produzieren. «Für viele von ihnen war Schönefeld ein Schreckensort, an dem Hunger, Krankheit und Tod zum Alltag gehörten», so die Flughafengesellschaft.

Mehr zum Thema

Gelände des Flughafens Tegel zurückgegeben

Gelände des Flughafens Tegel zurückgegeben

Tegel entsteht als Folge der sowjetischen Blockade West-Berlins. 1948 baut die französische Besatzungsmacht mit US-amerikanischen Spezialisten und deutschen Arbeitskräften in 90 Tagen einen neuen Flugplatz. Er hat mit 2428 Metern die damals längste Start- und Landebahn Europas. Das Flugfeld hilft bei der Versorgung der Stadt.

Berliner Flughafen nach drei Monaten fertig

Der britische Premierminister Winston Churchill im Jahr 1942 am Steuer der Boeing 314 mit dem Taufnamen Berwick.

Als Churchill eine Boeing 314 pilotierte

Eurowings Premium BIZ-10

Eurowings führt in Rekordzeit einen neuen Business-Class-Sitz ein

Video

copa airlines muttertag
Wo können Mutter und Kind den Muttertag am besten verbringen? Im Cockpit, war die Antwort der Familie Freitas bei Copa Airlines.
Timo Nowack
Timo Nowack
03cb5639-a63e-4644-b420-139634c38344
Die abgelegenste bewohnte Insel der Welt kämpft mit der Angst vor einem Hantavirus-Ausbruch. Nun warf ein britischer Airbus A400 M medizinisches Material über Tristan da Cunha ab – begleitet von Fallschirmjägern und Notfallmedizinern.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Der Airbus A321 Neo von Frontier: Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Notrutschen.
Dramatische Szenen am Flughafen Denver: Ein Airbus A321 Neo von Frontier Airlines stoppte den Startlauf abrupt, nachdem das Flugzeug eine Person auf der Piste erfasst hatte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin