Benjamin Smith: Der Kanadier ist seit August 2018 Chef von Air France-KLM.

NiederlandeParlament will Bonus von Air-France-KLM-Chef verhindern

Air-France-KLM-Chef Benjamin Smith winkt ein langfristiger Bonus von zwei Millionen Euro. Das niederländische Parlament will dies verhindern.

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Vor genau einem Jahr gab es zum ersten Mal Ärger um Bonuszahlungen für Benjamin Smith. Der Konzernchef von Air France-KLM verzichtete im Zuge der Corona-Krise zwar schon auf ein Viertel seiner jährlichen Festbezüge von 900.000 Euro. Doch der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra kritisierte die variablen Bezüge in Form eines Bonus von knapp 769.000 Euro. Der Airlinemanager verzichtete schließlich darauf.

Was damals unangetastet blieb, waren die langfristigen Bonus-Ansprüche des Konzernchefs in Form von Aktien im Wert von zwei Millionen Euro. Die Niederlande, die 14 Prozent der Anteile an Air France France-KLM halten, stimmten auf der Hauptversammlung des Luftfahrtkonzerns zwar gegen den Bonus. Sie konnten sich damit aber nicht durchsetzen.

Parlament will Bonus verhindern

So tauchte der Zwei-Millionen-Bonus für Smith im Geschäftsbericht Anfang April 2021 wieder auf - gebunden an etliche Bedingungen. Beispielsweise muss der Konzern mindestens zwei Drittel der erhaltenen Staatshilfen zurückgezahlt haben. Selbst wenn es gut läuft für das Unternehmen, wird der Chef nicht vor 2023 in Genuss des Geldes kommen.

Das reicht der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments allerdings nicht. Sie stimmte mit einer Mehrheit für den Vorschlag eines Abgeordneten der Socialistischen Partij, die Streichung des langfristigen Bonus' für Smith zu fordern. Geschieht dies nicht, sollen die Niederlande keine weitere Staatshilfe zur Verfügung stellen.

Minister besorgt um Existenz von KLM

Durch den Beschluss der Parlamentskammer muss Finanzminister Wopke Hoekstra nun die entsprechenden Forderungen stellen. Dieser ist damit aber nicht glücklich. Er erklärte laut niederländischen Medien, dass er zwar auch gegen den Bonus sei, daran jedoch nicht die Staatshilfen koppeln wolle. Dies könnte die Existenz von KLM gefährden.

Air France-KLM hatte im vergangenen Jahr staatliche Darlehen und Bürgschaften in Höhe von insgesamt 10,4 Milliarden Euro erhalten, 7 Milliarden aus Frankreich, 3,4 Milliarden aus den Niederlanden. Anfang April 2021 hat die EU zugestimmt, dass Frankreich Air France mit weiteren vier Milliarden Euro unter die Arme greift. Das Land wird seinen Anteil am Konzern dabei von 14,3 auf 30 Prozent erhöhen.

Neue niederländische Hilfe noch nicht fix

KLM, deren Verluste geringer sind als die von Air France, profitiert nicht von den neuen Hilfen aus Frankreich. Die Niederlande verhandeln noch über weitere Unterstützung für ihre Fluggesellschaft.

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