Verflogen: Besonders häufig passiert das in Gegenden, wo mehrere Flughäfen nahe beieinander liegen.

Logik der falschen Landungen

Immer wieder landen Flugzeuge auf einem falschen Flughafen. Piloten erklären das mit Sagengestalten aus dem alten Griechenland.

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Im Juli vergangenen Jahres etwa versuchte ein Pilot seine MD-80 auf dem San Antonio Airport zu landen, als ein Kollege auf dem Jumpseat ihn daraufhin wies, dass er auf die Lackland Air Force Base zusteuerte. Die Landung wurde abgebrochen und die Crew kontaktierte den Tower. «Sie schienen nicht besonders besorgt», erinnert sich der Pilot. «Sie meinten, das käme öfter vor.»

Piloten fliegen auf Sicht

Ein besonders schwieriger Flughafen scheint San José in Kalifornien zu sein. Sechs Mal wollten Piloten statt auf dem Norman Y. Mineta San José International Airport auf Moffett Field landen, einem sowohl zivil als auch militärisch genutzten Flughafen zehn Meilen entfernt. «Das kommt insbesondere im Winter bei schlechtem Wetter vor», erklären ein San José Fluglotse das Phänomen.

Piloten begründeten das Versehen damit, dass sie auf Sicht flogen und auf die Lichter der ersten Landebahn zusteuerten, die sie sahen. Offenbar ignorierten einige ihre Instrumente, weil die Informationen der Geräte nicht ihren eigenen Beobachtungen entsprachen - nämlich eine Landebahn voraus. «Man sieht die Lichter und sie sagen: 'Komm her, komm her. Hier kannst du landen.' Sie sind wie die Sirenen in Homers Odyssee», erklärt Michael Barr, ehemaliger Air-Force-Pilot.

FAA ist nicht beunruhigt

35 falsche Landungen und 135 versehentlich versuchte oder abgebrochene Landungen wurden in der Erhebung gezählt. Allerdings wird nicht jeder Zwischenfall von der NASA auch veröffentlicht. Die Dunkelziffer könnte also durchaus höher liegen. Besonders häufig kommt es zu dieser Art von Zwischenfällen in Gegenden, in denen es mehrere Airports nahe beieinander gibt, darunter Nashville und Smyrna in Tennessee, Tucson und die Davis-Monthan Air Force Basis in Arizona sowie mehrere Flughäfen in Südflorida.

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