Indigo zieht Konsequenzen aus anhaltenden operativen Problemen und greift in ihr Langstreckennetz ein. Die größte Fluggesellschaft Indiens passt ihren Langstrecken-Flugplan, um Stabilität und Pünktlichkeit zu verbessern. Betroffen sind mehrere Europa-Strecken.
Als Gründe nennt Indigo vor allem externe Belastungen: sich verändernde Luftraumbeschränkungen infolge geopolitischer Spannungen sowie zunehmende Überlastung an Flughäfen in Indien und im Ausland. Beides habe zu deutlich längeren Flug- und Blockzeiten geführt und den Umlaufplan der derzeit sechs eingesetzten Dreamliner unter Druck gesetzt. Um einen Dominoeffekt zu vermeiden, habe man sich zu kurzfristigen Anpassungen entschlossen.
Indigo fliegt seltener nach Europa
Konkret setzt Indigo die Flüge nach Kopenhagen ab dem 17. Februar 2026 bis auf Weiteres aus. Die Verbindung Delhi–Manchester wird schrittweise reduziert: zunächst von fünf auf vier Flüge pro Woche, ab dem 19. Februar auf drei. Insgesamt sinkt damit die wöchentliche Anbindung Manchesters von neun auf sieben Flüge, verbunden mit angepassten Verkehrstagen zur Schaffung zusätzlicher Erholungspuffer. Auch die Strecke Delhi–London Heathrow wird im laufenden Winterflugplan ab dem 9. Februar von fünf auf vier wöchentliche Umläufe gekürzt.
Die Airline kämpfte aber auch im Inland. Nach massiven Störungen Anfang Dezember 2025 hatte die indische Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation gegen Indigo Strafen in Höhe von 222 Millionen Rupien (rund 2 Millionen Euro) verhängt, zusätzlich eine Bankgarantie über 500 Millionen Rupien (rund 4,6 Millionen Euro) verlangt und das Top-Management scharf kritisiert. Den Flugplan musste die Airline schon im Dezember um zehn Prozent kürzen.
Operatives Chaos bei Indigo schon seit Dezember
Innerhalb von drei Tagen waren zuvor im Dezember mehr als 2500 Flüge gestrichen und fast 1900 verspätet gewesen, über 300.000 Passagiere waren betroffen. Die Behörde machte eine überoptimierte Planung, unzureichende Vorbereitung auf neue Regeln zu Flugdienstzeiten sowie Defizite bei Personal- und Systemunterstützung verantwortlich.
Indigo betont, von den Langstreckenstreichungen betroffene Passagiere aktiv zu kontaktieren und Umbuchungen oder Erstattungen anzubieten. Die aktuell von Norse Atlantic Airways geleasten Boeing 787-9 sind als Übergangslösung gedacht, bis ab 2028 eigene Airbus A350-900 zur Flotte stoßen. Bis dahin will die Airline ihr Langstreckennetz flexibel steuern – mit dem erklärten Ziel, operative Zuverlässigkeit zurückzugewinnen.
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