Airbus von Fly Lili am Flughafen München: DieFluglinie ist in den Fokus der rumänischen Finanzbehörden geraten.

Rumänische AirlineFly Lili: Steuerhinterziehung, Söldner-Verdacht und Millionen-Schulden

Die rumänische Polizei hat Razzien bei der Fluggesellschaft durchgeführt. Es geht im Fall Fly Lil um Steuerhinterziehung in Millionenhöhe und den Verdacht auf illegale Söldner-Transporte.

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Von den Flughäfen in Deutschland sind die hellblau-weißen Flugzeuge mit dem Familienhund der Eigentümerfamilie Faff schon seit einiger Zeit verschwunden. Ende letzten Jahres gab Fly Lili bekannt, sich wegen geringer Auslastungen aus dem Liniengeschäft zurückzuziehen.

Gegenüber lokalen Medien sprach der deutsch-rumänischen Gründer und Eigentümer Jürgen Faff davon, dass Fly Lili zeitweise 50.000 Euro Verlust pro Flug gemacht habe. Es habe nicht viel gefehlt und seine Airline wäre in die Pleite gerutscht, so der Unternehmer. Einen Ausweg sah er im Wechsel ins Wet-Lease-Geschäft. Dabei vermietet die Airline ihre Flugzeuge inklusive Crew an andere Fluggesellschaften.

Flugzeuge von Fly Lili fliegen im Wetlease in Israel

Nach Aussagen von Faff entwickelt sich Fly Lili damit erfolgreich: «Wir fliegen jetzt gut, haben Umsatz und zahlen unsere Schulden. Allein letzten Monat haben wir 500.000 Euro an den Staat überwiesen», betont er. Aktuell sind drei Flugzeuge regelmäßig für die israelischen Airlines Arkia und Israir unterwegs.

Doch ganz so rosig scheint die Lage von Fly Lili nicht zu sein. Am 10. September durchsuchte die rumänische Polizei die Geschäftsräume der Airline in Bukarest und Sibiu. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung. Laut Ermittlern soll sie zwischen Februar 2024 und Juni 2025 Steuern und Sozialabgaben in Höhe von rund 12 Millionen Lei (umgerechnet etwa 2,4 Millionen Euro) nicht an den Staat abgeführt haben.

Geschäftsräume von Fly Lili wurden untersucht

Neben den Vorwürfen der Steuerhinterziehung häufen sich Schadenersatzklagen gegen Fly Lili, weil zahlreiche Kundinnen und Kunden nach dem plötzlichen Rückzug aus dem Linienfluggeschäft nie finanziell entschädigt wurden. Viele Passagiere fordern Erstattungen für stornierte oder nicht durchgeführte Flüge.

Faff wies die Vorwürfe öffentlich zurück und erklärte, dass sich Fly Lili in einem finanziellen Sanierungsprozess befinde. Zudem habe er sich mit den rumänischen Finanzbehörden auf eine Ratenzahlung geeinigt. Als Sicherheit für die Schulden sei bereits ein Airbus A319 verpfändet worden. Gegen den Vorwurf, er habe das Land verlassen, wehrte er sich in der Zeitung: Er sei zufällig an dem Tag der Durchsuchung nicht anwesend gewesen.

Airline-Chef darf Rumänien nicht verlassen

Am 15. September wurde Faff von den Behörden verhört und für 24 Stunden in Polizeigewahrsam genommen, wie die Zeitung Libertatea berichtet. Einen Tag später ordnete das Bezirksgericht Bukarest für Faff und einen Mitangeklagten gerichtliche Aufsicht an – eine Art mildere Alternative zur Untersuchungshaft. Beide dürfen Rumänien in den nächsten 60 Tagen nur mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft verlassen.

Neben dem Vorwurf der Steuerhinterziehung werden den Verantwortlichen von Fly Lili auch Verstöße gegen internationale Waffen- und Söldnergesetze vorgeworfen. Laut Ermittlungen soll die Airline 2023 mehrfach Flüge zwischen Rumänien und dem Kongo durchgeführt haben, bei denen mutmaßlich Söldner im Auftrag des berüchtigten Ex-Söldner Horațiu Potra transportiert wurden.

Kontakt zu Söldnergruppe

Potra, ein ehemaliger Fremdenlegionär und rumänischer Kommunalpolitiker, steht im Verdacht, enge Verbindungen zu pro-russischen Netzwerken zu unterhalten. Ihm werden illegaler Waffenbesitz sowie die Rekrutierung und Entsendung bewaffneter Gruppen vorgeworfen.

Zudem soll er eine Schlüsselrolle bei den gescheiterten Präsidentschaftswahlen 2024 gespielt haben, bei denen es zu politischen Unruhen und Vorwürfen der Wahlmanipulation kam, berichtet das Portal Context.

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