Superjet-Crash: Fehler der Crew

Laura Frommberg
Graffiti zur Erinnerung an die Opfer:  Technisch offenbar alles in Ordnung.
Graffiti zur Erinnerung an die Opfer: Technisch offenbar alles in Ordnung.
Bennyline/Wikimedia/CC

Die indonesischen Behörden schlossen die Untersuchung zum Absturz eines Sukhoi Superjet 100 vom Mai ab. Die Piloten stehen danach schlecht da.

Vermutet haben es verschiedene Experten schon länger, nun ist es offiziell. Die Schuld am fatalen Absturz eines Superjet 100 von Sukhoi im Mai in Indonesien tragen die Piloten. Wie die russische Zeitung Kommersant berichtet, haben Vertreter der russischen und der indonesischen Regierung ein Protokoll unterzeichnet, welches die Ergebnisse der indonesischen Ermittler zusammenfasst. Und laut diesem trifft die Schuld ganz klar die Besatzung. Sie habe sämtliche Warnungen vor einer Kollision oder Hinweise auf gefährliches Terrain einfach ignoriert, heißt es im Bericht, wie die Zeitung unter Bezugnahme auf Insider mit Kenntnissen des Berichtes berichtet. 

Offiziell dürften die Behörden die Ergebnisse Ende Oktober präsentieren. Das erwartet man zumindest in der Branche. Vorher sollen noch Hersteller von Triebwerken und Navigationsmodulen die Möglichkeit haben, das Protokoll einzusehen und gegebenenfalls Input zu geben. Doch der Bericht, der die Ereignisse nach Auswertung verschiedener Quellen wie etwa auch der Blackbox rekonstruiert, ist bereits von Russland abgesegnet. Wie der Kommersant berichtet, seien die Experten am 12. September in Indonesien angekommen, am 19. habe man unterzeichnet. 

Nicht überall einig

Dennoch wollen die Russen nicht mit allen Schlüssen übereinstimmen, welche die Ermittler aus dem Hergang ziehen. So wollen sie nicht die alleinige Schuld auf die Piloten schieben. 78 russische Ermittler begleiteten die Untersuchung unter indonesischer Federführung. Einige erklären gegenüber dem Kommersant, auch wenn die Piloten grobe Fehler begangen hätten, müssten die Indonesier auch die Arbeit ihrer Lotsen hinterfragen, welche der Crew zum Beispiel die Erlaubnis gaben, auf 6000 Fuß zu sinken - während sie sich in der Umgebung des 7000 Fuß hohen Berges Mount Salak befanden. Eine fragwürdige Entscheidung, so einige Ermittler.

Der Superjet 100 von Sukhoi war am 9. Mai frontal in einen steilen Hang an dem Berg geflogen. Alle 45 Insassen kamen dabei ums Leben. Für Russlands Luftfahrtindustrie war es ein herber Rückschlag. Der Superjet war der erste komplett neu produzierte Flieger seit dem Ende der Sowjetunion. Dass ausgerechnet auf einem Demonstrationsflug für Vertreter von Airlines ein solches Unglück geschah, verpasste dem Programm einen starken Dämpfer. Zumindest in dieser Sache dürfte die Tatsache, dass laut dem Untersuchungsbericht mit der Technik des Fliegers alles in Ordnung war, eine gute Nachricht bedeuten.

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