Kondensstreifen: Sind sie langlebig, werden sie zum Problem.

Flugsicherung bilanziertVermeidung von Kondensstreifen noch nicht reif für den täglichen Flugbetrieb

Langlebige Kondensstreifen tragen erheblich zur Erderwärmung bei. Um sie zu vermeiden, können bestimmte Gebiete umflogen werden. Doch nun zeigt sich, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen das mit sich bringt.

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Mit dem Abschluss des deutschen Forschungsprojekts D-KULT zum Jahresende 2025 liegen erstmals praxisnahe Ergebnisse zur Vermeidung klimawirksamer Kondensstreifen im Luftverkehr vor - das teilt am Montag (2. Februar) die am Projekt beteiligte Deutsche Flugsicherung (DFS) mit. Ihr Fazit: «Die Untersuchungen zeigen: Strategische Klimaoptimierung in der Flugplanung bietet Chancen – erfordert jedoch weitere Forschung.»

Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt D-KULT (Demonstrator Klima- und Umweltfreundlicher Lufttransport) lief von Juni 2022 bis August 2025. Ziel war die Entwicklung von Verfahren, um die Klimawirkung des Luftverkehrs zu senken. Dies sollte vor allem durch die Vermeidung solcher Gebiete erzielt werden, in denen durch eisübersättigte Luftschichten verstärkt langlebige Kondensstreifen entstehen. Diese sogenannten PPC (Potential Persistent Contrail) tragen erheblich zur Erderwärmung bei.

Nicht praktikabel oder sehr aufwändig

Zum einen untersuchten die Expertinnen und Experten die taktische Vermeidung. Das heißt: Im Flugsicherungsbetrieb wurden Flugzeuge um die relevanten Gebiete herumgeführt. «In Realzeitsimulationen zeigte sich, dass dies nicht praktikabel ist», bilanziert die Flugsicherung. «Rein taktische Umleitungen führen zu 20 bis 60 Prozent Kapazitätsverlust im Luftraum und erhöhtem Arbeitsaufwand für Fluglotsinnen und Flugloten.»

Wesentlich erfolgversprechender erschien der Weg der strategischen Vermeidung. Sprich: Fluggesellschaften erweiterten ihre Flugplanungssysteme um Klimaoptimierungsfunktionen und konnten so bereits vor Flugbeginn geeignete Routen wählen. In einem Test mit 100 Flügen konnten so PPC-Gebiete gezielt umflogen werden. Das brachte jedoch eine manuell sehr aufwändige Planung und Durchführung mit sich. «Daher ist eine Übertragbarkeit zu einem Regelbetrieb aktuell noch nicht gegeben», schreibt die DFS.

«Berechnungen zeigen Potenzial, werfen aber neue Fragen auf»

Bevor Verfahren im normalen Flugbetrieb einsetzbar sind, müssen demnach weitere Untersuchungen folgen. Die Auswirkungen auf Treibstoffverbrauch und Klimabilanz untersucht derzeit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das das Projekt D-KULT koordiniert. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist beteiligt

«Eine positive Klimawirkung entsteht nur, wenn der Nutzen der Umfliegung die zusätzlichen CO₂-Emissionen übersteigt», schreibt die DFS. «Erste Berechnungen zeigen zwar Potenzial, werfen aber neue Fragen auf.» Zudem hätten sich die zugrunde liegenden Wetter- und Klimadaten als weniger robust erwiesen, als man zuvor erwartet habe.

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