Kondensstreifen: Sind sie langlebig, werden sie zum Problem.

Flugsicherung bilanziertVermeidung von Kondensstreifen noch nicht reif für den täglichen Flugbetrieb

Langlebige Kondensstreifen tragen erheblich zur Erderwärmung bei. Um sie zu vermeiden, können bestimmte Gebiete umflogen werden. Doch nun zeigt sich, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen das mit sich bringt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Mit dem Abschluss des deutschen Forschungsprojekts D-KULT zum Jahresende 2025 liegen erstmals praxisnahe Ergebnisse zur Vermeidung klimawirksamer Kondensstreifen im Luftverkehr vor - das teilt am Montag (2. Februar) die am Projekt beteiligte Deutsche Flugsicherung (DFS) mit. Ihr Fazit: «Die Untersuchungen zeigen: Strategische Klimaoptimierung in der Flugplanung bietet Chancen – erfordert jedoch weitere Forschung.»

Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt D-KULT (Demonstrator Klima- und Umweltfreundlicher Lufttransport) lief von Juni 2022 bis August 2025. Ziel war die Entwicklung von Verfahren, um die Klimawirkung des Luftverkehrs zu senken. Dies sollte vor allem durch die Vermeidung solcher Gebiete erzielt werden, in denen durch eisübersättigte Luftschichten verstärkt langlebige Kondensstreifen entstehen. Diese sogenannten PPC (Potential Persistent Contrail) tragen erheblich zur Erderwärmung bei.

Nicht praktikabel oder sehr aufwändig

Zum einen untersuchten die Expertinnen und Experten die taktische Vermeidung. Das heißt: Im Flugsicherungsbetrieb wurden Flugzeuge um die relevanten Gebiete herumgeführt. «In Realzeitsimulationen zeigte sich, dass dies nicht praktikabel ist», bilanziert die Flugsicherung. «Rein taktische Umleitungen führen zu 20 bis 60 Prozent Kapazitätsverlust im Luftraum und erhöhtem Arbeitsaufwand für Fluglotsinnen und Flugloten.»

Wesentlich erfolgversprechender erschien der Weg der strategischen Vermeidung. Sprich: Fluggesellschaften erweiterten ihre Flugplanungssysteme um Klimaoptimierungsfunktionen und konnten so bereits vor Flugbeginn geeignete Routen wählen. In einem Test mit 100 Flügen konnten so PPC-Gebiete gezielt umflogen werden. Das brachte jedoch eine manuell sehr aufwändige Planung und Durchführung mit sich. «Daher ist eine Übertragbarkeit zu einem Regelbetrieb aktuell noch nicht gegeben», schreibt die DFS.

«Berechnungen zeigen Potenzial, werfen aber neue Fragen auf»

Bevor Verfahren im normalen Flugbetrieb einsetzbar sind, müssen demnach weitere Untersuchungen folgen. Die Auswirkungen auf Treibstoffverbrauch und Klimabilanz untersucht derzeit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das das Projekt D-KULT koordiniert. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist beteiligt

«Eine positive Klimawirkung entsteht nur, wenn der Nutzen der Umfliegung die zusätzlichen CO₂-Emissionen übersteigt», schreibt die DFS. «Erste Berechnungen zeigen zwar Potenzial, werfen aber neue Fragen auf.» Zudem hätten sich die zugrunde liegenden Wetter- und Klimadaten als weniger robust erwiesen, als man zuvor erwartet habe.

Mehr zum Thema

Kondensstreifen eines Flugzeugs: Schädlich, aber vermeidbar.

Kondensstreifen sind ein Problem - für das es wohl eine einfache Lösung gibt

Forschungsflieger Falcon (links) und Halo: Forschungsflüge über Europa und Nordamerika.

Leerer Himmel ist einmalige Chance für Forscher

Kondensstreifen über Frankfurt am Main: Die künstlichen Wolken sollen schädlicher als gedacht sein.

Die unterschätzte Klimawirkung der Kondensstreifen

Dreamliner mit Riesen-Kondensstreifen

Dreamliner mit Riesen-Kondensstreifen

Video

Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies