Die Vereinigung Cockpit sieht derzeit keine Grundlage für ein Schlichtungsverfahren im Tarifkonflikt mit der Lufthansa Group – obwohl sie grundsätzlich dazu bereit wäre. Nach mehreren Sondierungsgesprächen Ende April zieht die Pilotengewerkschaft eine kritische Bilanz: Die Arbeitgeberseite sei aktuell nicht an einem unabhängigen und ergebnisoffenen Verfahren interessiert.
VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärt, in den Gesprächen sei deutlich gemacht worden, dass ein mögliches Schlichtungsergebnis «auf keinen Fall ein Plus» für die Pilotinnen und Piloten enthalten dürfe. Damit werde aus Sicht der Gewerkschaft der zentrale Gedanke einer Schlichtung ausgehebelt – nämlich ein Ausgleich der Interessen durch eine neutrale Instanz. Betroffen sind mehrere Flugbetriebe innerhalb des Konzerns, darunter Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings.
Nach Angaben der VC ist die Gewerkschaft der Arbeitgeberseite bereits entgegengekommen. Man habe signalisiert, ein Verfahren zu unterstützen und auch zusätzliche tarifliche Themen einzubeziehen. Voraussetzung bleibe jedoch ein Rahmen mit einem neutralen Dritten sowie einem Ergebnis, das für beide Seiten tragfähig ist und zur nachhaltigen Befriedung der Konflikte beiträgt. Diese Bedingungen sieht die VC aktuell nicht erfüllt.
Stattdessen fordert die Arbeitgeberseite laut Gewerkschaft im Vorfeld weitreichende Zugeständnisse der Pilotinnen und Piloten, ohne selbst entsprechende Zusagen zu machen. Auch Absicherungen für mögliche Vorleistungen seien offen geblieben. Die VC betont daher, weiterhin gesprächsbereit zu sein – allerdings nur unter Bedingungen, die den Namen Schlichtung auch rechtfertigen.