Southwest Airlines gibt ihr jahrzehntelang gepflegtes Open-Seating-Konzept auf und führt künftig zugewiesene Sitzplätze ein. Die US-Fluggesellschaft reagiert damit auf veränderte Kundenerwartungen – und vor allem auf den Wunsch nach zusätzlichen Erlösen.
Das bisherige Boarding ohne feste Sitzplätze galt als Markenzeichen der Airline und sollte Abläufe vereinfachen sowie Turnaround-Zeiten verkürzen. Künftig wird das Einsteigen jedoch komplexer: Sitzplatzkategorien, Prioritäten beim Boarding und Zusatzoptionen sollen neue Einnahmequellen erschließen, ähnlich wie bei anderen großen US-Airlines.
Southwest betont, man wolle damit besser auf zahlungsbereite Kundinnen und Kunden eingehen, die gezielt bestimmte Sitzplätze bevorzugen. Kritiker sehen darin allerdings einen Bruch mit der bisherigen Einfachheit des Geschäftsmodells – und ein weiteres Zeichen dafür, dass Effizienz allein nicht mehr ausreicht, wenn sich mit Komplexität mehr Geld verdienen lässt.