ATR kommt in einer neuen Studie zu dem Schluss, dass Indiens stark wachsender Regionalverkehr fast ausschließlich mit Turboprops wirtschaftlich bedient werden kann. Grundlage ist ein neues Whitepaper, das auf Daten der eigenen MobilityMonitor-Plattform basiert.
Demnach entfallen mehr als 90 Prozent der jährlich 4,6 Milliarden innerindischen Reisen auf Distanzen unter 400 nautischen Meilen. In diesem Segment bieten Turboprops laut ATR deutlich bessere Wirtschaftlichkeit und niedrigere Emissionen als Regionaljets. Insgesamt identifiziert die Studie bis zu 420 neue innerindische Routen, die sich klar für Turboprop-Flugzeuge eignen und zusammen rund 35 Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr erschließen könnten.
Der Luftverkehr spielt bislang nur eine Nebenrolle: Lediglich drei Prozent der innerindischen Reisen erfolgen per Flugzeug. Mit dem staatlichen Regionalförderprogramm UDAN und dem Ausbau auf bis zu 230 Flughäfen bis 2030 sieht ATR jedoch erhebliches Wachstumspotenzial – vor allem in Städten der zweiten und dritten Reihe. Dort seien kurze Strecken, schwankende Nachfrage und hohe Preissensibilität prägend.
ATR beziffert den Bedarf in Indien langfristig auf rund 210 neue Turboprop-Flugzeuge bis 2044. Turboprops verbrauchen laut Hersteller bis zu 45 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Regionaljets und seien damit besonders geeignet für einen marktgetriebenen Ausbau der regionalen Luftverkehrsanbindung.