Letzte Aktualisierung: um 20:38 Uhr
Partner von  

Ryanair: Nur 66,77 Euro auf Konto

Die Billigfluggesellschaft wurde in Spanien wegen eines ungültigen Passes zu einer Strafe verurteilt. Bezahlt hat sie sie bislang nicht - weil das Geld dazu fehlte.

Spanische Regierung

Spanischer Reisepass: Auch nach Ablauf gültig.

Die Tragikomödie begann im Juli 2011. Die 42-jährige Isabel Casasús Pueyo wollte mit ihrer fünfjährigen Tochter von Zaragoza nach Paris fliegen. Sie hatte dazu rechtzeitig Tickets bei Ryanair für Flug FR 7235 gekauft, wie die Zeitung El Pais berichtet. Doch am Flughafen ließen die Angestellten der irischen Billigfluggesellschaft das Mädchen nicht einsteigen. Der Pass des Kindes war einen Monat zuvor abgelaufen. Man könne da keine Ausnahme machen, so die Schalterbeamten von Ryanair. Die Frau und ihre Tochter blieben in Zaragoza zurück.

Doch Casasús ließ sich nicht beirren. Sie klagte vor Gericht gegen Ryanair. Schließlich sei ein Reisepass innerhalb von Europa weiterhin gültig, sofern er nicht mehr als fünf Jahre abgelaufen sei. Der Richter gab der Spanierin am 29. Januar 2013 recht. Und er sprach der Klägerin 2000 Euro Schadenersatz zu.

Keine Ansprechpartner in Dublin

Dennoch kam Casasús nicht zu ihrem Recht, wie ihr Anwalt gegenüber El Pais erklärte. Als das Gericht das Geld einziehen wollte, stellte es fest, dass auf dem einzigen Konto von Ryanair in Spanien bei der Barclays Bank nur gerade 66,77 Euro lagen. So konnte die Schuld nicht beglichen werden. Nun versuchen es die Behörden auf andere Weise. Sie beklagen sich aber, dass man in Dublin keine Ansprechpartner finde.

Gegenüber aeroTELEGRAPH hieß es von Ryanair, man habe weder Kenntnis von diesem Vorfall, noch einen Beschluss erhalten. «Uns wurden keinerlei Informationen oder Unterlagen zur Verfügung gestellt. Wir haben diesen Fall unseren spanischen Anwälten übergeben.»



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.