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Lufthansa verliert durch Wirecard fast 4,3 Millionen Euro

Durch den Wirecard-Skandal hat auch die Lufthansa-Gruppe finanziellen Schaden genommen. Das erklärte Lufthansa-Vorstand Michael Niggemann bei der Hauptversammlung am Dienstag (4. Mai) auf die Fragen eines Aktionärs. Zum 31. Dezember 2019 habe der Luftfahrtkonzern «41.484 Wirecard-Aktien mit einem Volumen 4,46 Millionen Euro im Bestand gehabt», sagte der Finanzchef. Es habe sich dabei nicht um Direktanlagen gehandelt, sondern um «Anlagenentscheidungen von mandatierten, überwiegend passiven Fondsmanagern».

Später seien alle Aktien verkauft worden, so Niggemann. «Daraus ist ein Vermögensschaden von circa 4,28 Millionen Euro entstanden». Von einzelnen Kapitalverwaltungsgesellschaften seien rechtliche Schritte eingeleitet worden beziehungsweise seien noch in der Prüfung. Der deutsche Zahlungsabwickler Wirecard war im Juni 2020 in die Insolvenz gegangenen, nachdem ein 1,9 Milliarden Euro großes Loch in der Bilanz aufgetaucht war. Der Aktienkurs des Unternehmens brach ein. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen Bilanzfälschung, Betrug, Marktmanipulation und Geldwäsche gegen das Unternehmen.

In dem Skandal steht auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY in der Kritik, welche die Wirecard-Bilanzen geprüft hatte. Seit 2020 prüft EY auch den Jahres- und Konzernabschluss von Lufthansa. Die Führung des Konzerns verteidigte EY auf der Hauptversammlung aber gegen Kritik von Aktionären, welche ein Ende der Zusammenarbeit forderten.