MC-X: Dieses Video zum kommenden Transportflieger veröffentlichte KAI im Mai 2021.

KAI MC-XKorea baut ein neues Frachtflugzeug - mit Hilfe aus Arabien

Ein südkoreanischer Staatskonzern entwickelt ein Transportflugzeug - vorerst für militärische Zwecke. Mit an Bord sind die Vereinigten Arabischen Emirate.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Korea Aerospace Industries oder kurz KAI baut Kampfjets und Hubschrauber. Doch im Mai 2021 stellte das staatliche Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen aus Südkorea erstmals auch einen Plan vor, einen mittelgroßen Mehrzweck-Militärtransporter zu entwickeln. In einem Video zeigte der Konzern auf computergenerierten Bildern damals, wie der zweistrahlige Schulterdecker über eine Heckklappe gepanzerte Fahrzeuge mit Fallschirmen abwirft, einen Kampfjet in der Luft betankt und eine Siedlung mit Raketen angreift.

Rund anderthalb Jahre später wurde es konkreter. Korea Aerospace stellt auf einer koreanischen Rüstungsmesse ein kleines Modell des geplanten Flugzeuges aus. Es trug nun den Namen MC-X, das MC steht für Multi-role Cargo. Vor allem aber verriet das Unternehmen Daten zum geplanten Mehrzweck-Frachtflieger.

Produktion ab 2031 anvisiert

Die KAI MC-X soll 40,3 Meter lang werden, eine Spannweite von 41,1 Meter haben und 13,5 Meter hoch sein. Das Höchstabfluggewicht liegt bei 92 Tonnen, die Nutzlast bei 30 Tonnen. Der Jet soll bis zu 7000 Kilometer weit fliegen und Geschwindigkeiten bis Mach 0,75 erreichen.

«Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung der MC-X etwa sieben oder acht Jahre dauern könnte», sagte ein KAI-Sprecher. «Wir könnten 2031 oder 2032 mit der Produktion des Flugzeugs beginnen.» Man sei auch bereit, ausländische Partner an Bord zu holen.

Emirate mit Milliarden-Investition

Und das ist nun geschehen. Mitte Januar unterzeichneten Korea Aerospace Industries und der Tawazun-Rat der Vereinigten Arabischen Emirate eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung der MC-X. Der Tawazun-Rat ist eine Behörde der Emirate für die Beschaffung von Verteidigungs- und Sicherheitsgütern für die Streitkräfte und die Polizei von Abu Dhabi. Geplant ist offenbar eine Investition von 3,2 Milliarden Dollar ins Projekt.

In Korea will KAI die heimische Luftwaffe mit dem neuen Flugzeug beliefern. Zu deren Flotte gehören im Bereich der Transporter aktuell verschiedene Versionen der Lockheed Martin C-130, Airbus A330 MRTT und Airbus CN-235. Im Exportmarkt würde die MC-X auf die Kawasaki C-2 und die Embraer C-390 als Konkurrenten treffen.

Gibt es eine zivile Option?

Es gibt Berichte, dass KAI ursprünglich geplant haben soll, den Transporter so zu entwickeln, dass er eines Tages auch als Passagierversion mit bis zu 100 Plätzen produziert werden könnte. Das dann vorgestellte bauchige Design mit den oben am Rumpf verbauten Tragflächen scheint dafür allerdings nicht prädestiniert zu sein.

Ausgeschlossen ist eine zivile Nutzung aber nicht. So gab und gibt es auch andere Flugzeuge, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt wurden und werden - bei der BAE 146, auch Jumbolino genannt, handelt es sich sogar ebenfalls um einen Schulterdecker. Lockheed versucht die legendäre Lockheed C-130 Hercules mit der neuen Version LM-100 J ebenfalls im zivilen Bereich zu etablieren.

Mehr zum Thema

Die Lockheed Martin LM-100 J ist 34,37 Meter lang und weist eine Spannweite von 40,41 Meter auf.

Diese zivile Hercules soll den Durchbruch bringen

Eigentlich war der Erstflug der Ilyushin Il-112  für 2011 vorgesehen, doch zwischendurch wurde das Projekt auf Eis gelegt.

Hier hebt Russlands neuer Transporter ab

Korean Air hat eine neue Drohne entwickelt, die bei der Inspektion ihrer Flugzeuge helfen soll und ...

Korean setzt auf Drohnenschwärme, Lufthansa zögert

ticker sum air

Neue Regionalairline für Südkorea: Sum Air übernimmt erste ATR 72

Video

Boeing AH-64 Apache - in 19 Armeen rund um den Erdball unterwegs
Militärfluggeräte kommen und gehen. Der Apache bleibt. Der Kampfhubschrauber flog vor mehr als 50 Jahren zum ersten Mal und wird wohl noch bis 2060 im Dienst der US Army und weiterer Armeen bleiben. Dies liegt nicht nur an seiner Panzerung und seiner Wendigkeit.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
leav damakus syrien wassersalut
Mit Leav fliegt wieder eine deutsche Fluglinie nach Syrien und baut ihr Angebot direkt aus. Sundair soll bald folgen. Auch Eurowings zeigte in der Vergangenheit Interesse - will aktuell aber noch nicht wieder das Land ansteuern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies